Kunst beim Kräutertag: Die Natur als Farbenlieferant

Malen mit Farben der Natur - darum vor allem drehte sich gestern vieles im Freilichtmuseum Landwüst.

Landwüst.

Oje, welche Mutti kennt nicht die hartnäckigen Flecken, wenn der Sohn oder die Tochter eine Polandung auf der Wiese fabriziert hat. Oder auch diese Tücken: die fleckigen Hände nach dem Schälen einer Roten Bete, dem Raspeln von Mohrrüben und dem Sammeln von Schwarzbeeren. Was des einen Plage, ist des anderen Freude.

Warum, das konnte man gestern erstmals beim Kräutertag erleben. Naturpädagogin Marina Gerstner führte interessierte Besucher durch die Wiese. Das Meer aus Gräsern und Blumen ist wie die Farbpalette eines Malers - wenn man sie entdeckt und als Hobbykünstler zu nutzen weiß. Zum Beispiel verschiedene Grüntöne vom Gras oder die Blüten vom Baldrian, die nicht nur herrlich duften und beruhigend wirken, sondern zudem ein zartes Hellgrün auf dem Papier ergeben. Johanniskraut in Öl eingelegt, wirkt nicht nur als Schutz gegen Sonnenbrand, denn in den Blüten schlummert ein roter Farbstoff, der sich zum Malen bestens eignet. Genauso die Blüten des Großen Wiesenknopfes: tiefes Rotbraun. Marina Gerstner empfahl wärmstens, es doch mal mit Kornblumen zu versuchen: "Dieses Blau ist einfach herrlich." Im Gegensatz dazu ihre Warnung: Finger weg vom Eisenhut und anderen Hahnenfußgewächsen, denn ihre Inhaltsstoffe sind hochgiftig.

Die Theorie in der Wiese, die Praxis am Tisch. Vor allem die Jüngsten malten Bild um Bild nach Herzenslust und stellten dabei fest: Es müssen nicht unbedingt Farben aus der Tube sein. Einziger Nachteil der Naturfarben aus Blüten und Halmen: Sie sind nicht lichtecht, deshalb über kurz oder lang vergänglich. Neben dem Kunstunterricht in der Natur mit Marina Gerstner stießen auch zwei Vorträge bei den Besuchern auf Interesse. Elisabeth Ruckdeschel aus Oberfranken sprach zu "Heilkräfte der Natur: Wild- und Gartenrosen" und die Kräutergärtnerin Katja Sagan aus Brockau widmete sich dem Thema "Kräuter erleben: Pflanzenvielfalt sowie Tipps zur Pflege und Verwendung". Für rustikale Musik sorgte das Freie Fränkische Bierorchester.

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