Liebeserklärung an Bad Elster: Historiker stellt neues Buch vor

Géza Németh beleuchtet viel Unbekanntes über das Weberdorf, das Weltbad wurde. Worauf sich Leser freuen können.

Bad Elster.

Wenn jemand eine tiefe Zuneigung verspürt, kann das viele Ausdrucksformen haben. Schwärmen, Lobhudeln, Anbeten gehört dazu. Diese drei Möglichkeiten hat Géza Németh nicht genutzt, obwohl der Elsteraner Historiker zu seinem neuem Buch sagt: "Es beruht darauf, dass ich Bad Elster liebe". Zwischen den Hardcover-Buchdeckeln hat er auf 250 Seiten Episoden aus der Geschichte des Kurortes vereint, nicht als Chronologie, nicht mit Zahlen und Wichtigtuerei überfrachtet. Sondern in einem gut lesbaren Stil aufgeschrieben, den Bürgermeister Olaf Schlott (Unabhängige Bürgerschaft) am Träger des Bürgerpreises Große Elster des Jahres 2009 schätzt. So, wie Géza Németh Führungen in Bad Elster anbietet, sind auch seine Schilderungen - Geschichte mit Tiefe und Aha-Effekt gleichermaßen.

Für den Neuling "Historisches Bad Elster" gilt das ebenso wie für den Vorgänger "Geschichten aus Bad Elster", der 2013 erschien und nach den Worten von Verleger Frieder Seidel gut 450-mal über den Ladentisch ging. "Eigentlich sollte das Buch bereits 2019 herauskommen. Aber damals war ich noch nicht zufrieden. Das Herzblut soll schon zu spüren sein", sagt der 1942 in Ungarn geborene Diplom-Volkswirt, der seit 1977 in Bad Elster lebt. Der Vorsatz gilt zumal für den Auftaktbeitrag des neuen, in 300-er Auflage erschienenen Bandes: "Ungarn im Elstertal - eine Vision?" beschreibt eine historische Möglichkeit. Dabei hält es Németh so: Wo die Fakten fehlen, werden Hypothesen als solche gekennzeichnet. "Kaum etwas ist verwerflicher, als Vermutungen bewusst Tatsachen zu nennen und lückenhafte Erinnerungen zu Wahrheiten zu stempeln", sagt Németh.

Ein Markenzeichen von "Historisches Bad Elster", das nicht ein Geschichtsbuch, eine Landschaftsbeschreibung oder ein Reiseführer, sondern eine tiefer schürfende Ergänzung zu Vorgenannten sein will: Géza Németh bringt nicht die tausend Mal besungenen Bad Elster-Klassiker, sondern viel Unbekanntes, Überraschendes. Etwa dass hinter der Fassade des Autors und Bademuseums-Mitbegründers Horst von der Ilm auch ein Hochstapler steckt. Dass die Villa Bechler an der Badstraße ihren Namen nicht zufällig hat, sondern einer der ersten Badeärzte, wiewohl keine 50 Jahre alt geworden, im 19. Jahrhundert am Aufschwung des Ortes mitgewirkt hat. Oder das die Agnesruh am Ortsrand mehr ist als ein schönes Plätzchen.

"Wenn der Funke der Liebe zu Bad Elster auf die Leser überspringt, und wenn nur ein bisschen, dann hat das Buch seinen Zweck erfüllt", sagt Németh, der auch Chef der Freunde des Bademuseums ist. Dass er Sohl und Mühlhausen als Ortsteile im Buch nicht vergisst, macht den Band erst recht zur Empfehlung.

Das BuchHistorisches Bad Elster ist zum Preis von 19,95 Euro in den Geschäften von Concepcion Seidel, in der Buchhandlung am Badeplatz Bad Elster, der Touristinformation im Königlichen Kurhaus und bei Géza Németh erhältlich. Die ISBN lautet 978-3-86716-208.1.

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