Markneukirchen will ran ans Musikinstrumenten-Museum

In einem Wettbewerb sollen Architekten die baulichen Chancen des Hauses ausloten, das erheblichen Sanierungsbedarf hat.

Markneukirchen.

Die Stadt Markneukirchen will einen Architektenwettbewerb für die Zukunft des Musikinstrumenten-Museums Markneukirchen starten. Das sagte Frank Silling von der Bauverwaltung im Rathaus zur Einwohnerversammlung. "Der Wettbewerb soll auch die Möglichkeiten ausloten, was wir baulich tun können", erklärte Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos). Für den Wettbewerb soll 2020 Geld in den Stadthaushalt. Für Museumsdirektorin Heidrun Eichler ist der Wettbewerb nach eigenen Worten Neuland. "Ich weiß nix davon", sagte sie auf "Freie Presse"-Anfrage.

Bernd Harbig hatte zum Museum den Finger in die Wunde gelegt. "Es ist in einem argen Zustand", verwies er vor allem auf bauliche Mängel. Als Elektriker kennt er die Probleme des fast 240 Jahre alten, denkmalgeschützten Hauses. Der Bürgermeister pocht indes auf ein Ausstellungskonzept und will bauliche Fragen daraus ableiten. Die Stadt erhält in Kürze die Aussage, ob sie über das Förderprogramm Trafo mit einem Zuschuss von bis zu einer Million Euro für das Museum rechnen kann. Diese Geld wäre aber für die inhaltliche Arbeit reserviert - ausdrücklich nicht für Um-, Aus- oder Neubauten.

Nutzung und Baufragen des Museums seien nicht zu trennen, meinte Silling. "Ein Wettbewerb, der zeigt, was es für Lösungen gibt und der das Nutzungskonzept des Museums integriert, erscheint uns aktuell die beste Lösung", betonte er. Die Sorgen Harbigs teilt er. Nach vielen Jahrzehnten entspreche das Museum nicht mehr heutigen Anforderungen. "Die bauliche Situation sowieso nicht", räumte Silling ein.

Das gilt nicht zuletzt für die Museumstoilette, so Gerd Seidel aus Muldenhammer in einem Leserbrief an "Freie Presse". Er hatte einen Besuch des Museums durch Mathematiker organisiert, die 1964 ihr Studium abschlossen - und die es mit nun 79 Jahren aus Dresden, Halle, Leipzig, Berlin oder Erfurt ins Vogtland zog. "Die Ausstellung fand bei allen großen Zuspruch - leider blieb ein Wermutstropfen nicht aus, als der Besuch der Toilette anstand. Deren Zustand, einschließlich des beschwerlichen Zugangs über eine Treppe in den Keller des Nachbargebäudes, ist für die heutige Zeit kaum zu verstehen", meint Seidel. Aus seiner Sicht seien Zugang, Ausrüstung im Keller und Geruch der Toilette einem der wichtigsten Museen des oberen Vogtlands unwürdig - und dem Museum selbst würden größere Räume für eine bessere Darstellung der Instrumente gut tun, schreibt Seidel. Rubner akzeptiert die Kritik. "Die Toilette ist nicht besonders schön, mir ist das auch nicht besonders angenehm. Sauber ist sie. Und es gibt in der Tourist-Info im Gerber-Hans-Haus eine neuere, barrierefreie Toilette. Die ist immer auf, wenn das Museum auf ist. Man muss halt über die Straße gehen." Kurzfristige Arbeiten an der Museumstoilette seien nicht geplant - erst wenn das Museum insgesamt in Angriff genommen werden, sagte er.

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