"Möglichmacherin" soll ein Netzwerk spinnen

Bianca Jahn aus Adorf hat eine neue Aufgabe: Ideen für mehr Miteinander in der Stadt entwickeln. Der Weg bis zu ihrer geförderten Stelle war hürdenreich.

Adorf.

Bianca Jahn weiß nicht, auf was sie sich einlässt. Genau das reizt die Adorferin an ihrer neuen Aufgabe in der Heimatstadt: Sie ist die "Kultur-Möglichmacherin", soll Vereine und Akteure in der Stadt vernetzen, Anlaufstelle für Bürger und Bindeglied zur Stadt sein, organisieren und helfen. Wie Bianca Jahn das anstellt, dafür gibt es keine Blaupause. Genau das gab für die Adorferin mit Erfahrungen in verschiedenen Berufen den Ausschlag, sich auf die bis Ende 2021 geförderte Teilzeitstelle zu bewerben, erzählt sie. Sich selbst einbringen, statt sich in ein festes Korsett zu zwängen oder sich hinter anderen zu verstecken, lautet die Devise. Ideen entwickeln, auf Leute zugehen und Kontakte herstellen, darum wird es unter anderem im Büro gehen, das in der nächsten Zeit in der ehemaligen Ambulanz Markt 31 eingerichtet wird.

Um die neue Stelle, in Teilzeit für drei Jahre befristet, hat Adorf lange gerungen. Im Juni 2017 bewarb sich die Stadt im Modell- und Demonstrationsvorhaben "Landkultur - kulturelle Aktivitäten und Teilhabe in ländlichen Räumen" des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Mehr als 900 Kommunen wollten Geld aus dem Topf, Adorf gehört zu den etwa 200 Ausgewählten. Nach viel Papierkram und langen Warten liegt der von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) unterschriebene Bescheid über 90.600 Euro im Rathaus. Für Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) ist es ein neuer Baustein im Adorfer Räderwerk aus Bemühungen der Kommune und Zusammenarbeit mit Adorfer Aktivposten. Für mehr Lebensqualität in der Stadt könne die "Möglichmacherin" daher nur gut sein, meint er.

Torsten Kleditzsch

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Vier Bewerber gab es für die Stelle - das verwunderte die Stadtspitze nicht, ging es doch um eine Arbeit, die kein Ruhekissen bedeutet, sondern ohne etwas Vorgefertigtes von Null starten muss. Bewusst sei die Wahl dabei auf Bianca Jahn gefallen, Adorferin, in verschiedenen Projekten wie dem Adorfer Open Air dabei, aber nirgends so in der ersten Reihe, dass andere den Weg zu ihr scheuen, so Hauptamtsleiterin Antje Goßler. Das Büro ist bewusst nicht im Rathaus angesiedelt, um Bürgern die Hemmschwelle zu nehmen. "Sie ist kein verlängertes Rathaus", erklärt Klaus Zeitler, Berater Adorfs im Bundesprojekt Demografiewerkstatt Kommunen. Was ist Ziel der "Möglichmacherin"? Möglichst möglich machen, dass die Anlaufstelle über Ende 2021 hinaus existieren kann - etwa durch gezieltes Sponsoring.

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