Neue Laserschneidemaschine kann sogar Lichterbögen

KMW Klingenthal hat eine Million Euro in eine neue Anlage investiert. Teile aus Metall kann die Firma nun selbst herstellen - "Sahnehäubchen" inklusive.

Klingenthal.

Per Computer wird die Anlage mit einer Aufgabe gefüttert. Ausgedacht hat sie sich in einer Nacht der Geschäftsführer André Karbstein: ein vierteiliger Schwibbogen aus Blech mit markanten Klingenthaler Motiven wie Rundkirche, Rathaus, Aussichtsturm auf dem Aschberg und Schanze der Vogtland-Arena. Geräuschlos setzt sich der Laser in Bewegung, feinste Späne sprühen zur Seite und es dauert nicht einmal vier Minuten, bis der Lichterbogen ausgeschnitten und die Teile von Benjamin Borchert in die vorgesehenen Formen gebogen sind. Der Schwibbogen könnte für Besucher ein neues originelles Klingenthal-Mitbringsel werden. "Eine gute Idee. Mal sehen", sagt André Karbstein. Ein Gast jedenfalls konnte sich darüber schon freuen: Als zwischen der argentinischen Stadt San Jorge und Klingenthal ein Freundschaftsvertrag unterzeichnet wurde, übergab Thomas Hennig seinem Amtskollegen so einen Schwibbogen als Gastgeschenk.

Der Lichterbogen ist natürlich nur ein Test und nicht der Grund dafür, warum die Firma KMW Engineering GmbH sich die Laserschneidmaschine nebst einer Biegemaschine angeschafft hat. Eigens dafür wurde eine Halle auf dem Gelände des ehemaligen Holzhandels umgebaut, unter anderem ein neuer Fußboden eingezogen, die Fenster und Fassade erneuert. Die Gesamtkosten belaufen sich laut André Karbstein auf rund eine Million Euro. "Für uns ist das eine Investition in die Zukunft. Bisher war es so, dass wir bestimmte gelaserte Teile von Zulieferern bekamen. Von ihnen waren wir abhängig, denn Lieferzeiten betrugen häufig sechs bis acht Wochen. Dadurch kamen wir wiederum bei unseren Auftraggebern in Verzug. Durch die neue Maschine können wir die Teile jetzt selbst herstellen. Dadurch sparen wir Zeit, Kosten und Geld und erweitern unsere Produktionskapazität." Mit der computergesteuerten Anlage können Teile aus bis zu zwei mal vier Meter große Platten aus Kupfer, Stahl Aluminium oder Messing mit einer Stärke von 0,8 bis maximal 20 Millimeter gelasert werden.

Weltweit einen Namen gemacht hat sich die KMW Engineering GmbH vor allem mit der Produktion von verschiedensten Maschinen für die Automobilindustrie. Zu den Großkunden zählen unter anderem auch Hersteller von Haushaltsgroßgeräten und Fenstern. Ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt ist nach den Worten von Karbstein, dass KMW Komplettlösungen auf technischem Höchststand anbietet.

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