Oelsnitzer Schüler retten die Welt - auf der Theaterbühne

Lachen und Nachdenken: Neuntklässler des Julius-Mosen-Gymnasiums Oelsnitz haben am Donnerstag im fast ausverkauften König-Albert-Theater Bad Elster ihr neues Stück aufgeführt. Es nimmt fünf Klassiker in sich auf.

Bad Elster/Oelsnitz.

Es beginnt auf dem Dachboden: Nach dem Tod ihrer Oma beginnen die Schwestern Sophie und Charly, nach alten Erinnerungen zu stöbern. Mit dabei ihr Freund Tim. Die Drei schauen sich Filme an und tauchen dabei in die Vergangenheit ab. Sie unterhalten sich darüber und stimmen so auf die fünf Teile des Stückes ein, das sich an literarischen und filmischen Vorlagen orientiert.

Ein raffiniertes Szenarium, das sich die Neuntklässler unter der Leitung von Romy Summerer ausdachten und nach nur drei Wochen Proben ihr Projekt "... nur noch kurz die Welt retten" nach dem gleichnamigen Popsong von Tim Bendzko auf die Beine stellten. Junge Leute, die sich mit dem beschäftigen, auseinandersetzen und in Worte fassen, was sie, die Welt in der Gegenwart und schließlich ihre eigene Zukunft betrifft. Dies wurde vom Publikum nicht erst am Ende, sondern auch immer wieder nach den einzelnen "Akten" mit viel Beifall bedacht. Und: Es regte zum Nachdenken an und dennoch kam der Humor nicht zu kurz.

Zum Beispiel bei "Peter Pan": Er lebt in der Menschenwelt und seine Kinder werden entführt, von Captain Hook ins Nimmerland. Es dauert, bis sich Peter Pan seiner Kraft wieder bewusst wird, er im Kampf gegen Hook siegt und damit nicht nur seine, sondern alle gefangenen Kinder aus den Fängen des Bösen befreit. Zum Beispiel auch "Raumschiff Surprise" erfolgte sowohl mimisch als schauspielerisch in Anlehnung an Michael "Bully" Herbigs Kultfilm. Cock, Spucky und Schrotty müssen sich schnellstens auf der Erde einfinden, damit das Universum nicht von den Marsianern eingenommen wird. Beispiel drei: Erschreckend der Gedanke, dass die Welt 1983 kurz vor einem Atomkrieg zwischen den USA und der UdSSR stand, wenn er nicht - nach einer wahren Begebenheit - vom besonnenen Militäringenieur Stanislaw Petrow wegen eines technischen Fehlers im System verhindert worden wäre. Geradezu beschwörend deshalb der Appell der Schüler am Ende dieses Teils: Auf der Welt gibt es mehr als 14.000 Atomsprengköpfe.

Die beiden bemerkenswertesten Akte, weil mit dem aktuellsten Bezug: In "John Maynard" - nach der Ballade von Theodor Fontane geht es um syrische Flüchtlinge auf einem Boot auf hoher See. Carolin und Johanna retten sie und bringen sie in Sicherheit, trotz Probleme, die das Steuern des Bootes unmöglich machen. Nur eine, die Retterin Johanna, überlebt das Unglück nicht. Und im Stück "Evan Allmächtig" wird ein gut situierter Politiker von Gott beauftragt, eine Arche zu bauen, um die Menschen vor der Flut - ein Symbol für die Klimakatastrophe - zu retten. Obwohl viele das für verrückt halten, nimmt Evan die Herausforderung an und meistert sie.

Nicht nur wegen der schauspielerischen Leistungen wurden die Neuntklässler mit viel Beifall belohnt und das mehr als berechtigt. Wenn sie, die Heranwachsenden, zum Finale Michael Jacksons Lied "We are the world" anstimmten und damit im Saal des König-Albert- Theaters Handy-Lichter aufblitzen ließen, dann erinnerte das unwillkürlich an "Fridays for future".

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