Paracelsus und seine Pläne für Adorf und Schöneck

Das Krankenhaus ist wichtiger medizinischer Versorgungsträger in der Region. Der neue Klinikmanager will diese Position weiter stärken.

Adorf/Schöneck.

Die Menschen im oberen Vogtland können bei der medizinischen Versorgung auch in Zukunft auf das Krankenhaus Adorf/Schöneck vertrauen. Diese Botschaft vermittelt Ralph Pleier, seit reichlich einem halben Jahr Klinikmanager am Doppelstandort. Der 47-Jährige, der seit einem Jahr für Paracelsus arbeitet, bescheinigt seinem Arbeitsumfeld durchweg beste Gesundheit. "Tolle Ärzte und Mitarbeiter, die ihr Handwerk verstehen. Kein Instandhaltungsrückstau, investitionsfähig, gute Ergebnisse", skizziert Pleier. In Berlin geboren, in Hessen aufgewachsen sowie oft und gern auf dem Land gearbeitet, fühlt sich Pleier auch menschlich im oberen Vogtland sehr wohl. Als einer, der selbst Krankenpfleger gelernt hat und das Betriebswirtschaftliche erst später draufsattelte, kann er die Dinge vor und hinter den Kulissen, Patientenwohl und Wirtschaftlichkeit, zusammenbringen. Nach seiner Einarbeitung informiert er im Gespräch mit der "Freien Presse", wo er und sein Team in den nächsten Monaten Schwerpunkte setzen wollen.

Neue Station in Adorf: Die Palliativmedizin wurde in Adorf als neue Station etabliert. Fünf Betten und neun Stellen werden für diesen Bereich neuerdings vorgehalten. "Hier gab es ein Loch in der Versorgung", sagt Ralph Pleier. Dieses Thema könne man nicht nur großen Kliniken in den Zentren überlassen - was weite Wege für Angehörige nach sich zieht. "Das muss man in der Fläche abbilden", ist er überzeugt. Die medizinische Begleitung auf dem Weg zum Tod erfordere auch von den Ärzten eine andere Herangehensweise. "Bislang ging es immer ums Gesundmachen. Wir reflektieren deshalb auch unsere Haltung", sagt Pleier. Das Thema Geriatrie, auch in Verbindung mit Demenz, soll in naher Zukunft im Schönecker Krankenhaus eine größere Rolle spielen.

Ausbau der ambulanten Versorgung: Allgemeinmediziner und Fachärzte sind nicht mehr überall in der Region verfügbar. Mit Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) schließen Kliniken die Lücke. Auch Adorf/Schöneck wird diesen Bereich weiter ausbauen. Konkret sind Kapazitäten im Bereich Physiotherapie und Ergotherapie geplant, die via MVZ an beiden Standorten angeboten werden sollen.

Einstellung zusätzlichen Personals: Bessere Pflege erfordert zusätzliches Personal. Insgesamt 19 Stellen will die Klinik Adorf/Schöneck deshalb in diesem Bereich aufstocken. 16 Stellen konnten schon besetzt werden. "Wir wollen, dass die Patienten ordentlich versorgt sind", sagt Ralph Pleier. Auch bei der Ausbildung geht Paracelsus nach vorne: 15 Azubis wurden in diesem Jahr begrüßt - mehr als in den Jahren davor. Insgesamt 450 Mitarbeiter sind in Adorf und Schöneck beschäftigt.

Bald überall Netz: Das Adorfer Krankenhaus befindet sich in idyllischer Umgebung - aber auch in einem Funkloch. Das Smartphone am Bett - es schweigt. W-Lan ist zwar punktuell eingerichtet, aber sowohl in Adorf als auch in Schöneck nicht überall. "Das ist aber heute der Anspruch", sagt der Klinikmanager. Daher sollen beide Krankenhäuser vollumfänglich mit W-Lan ausgerüstet werden. Nicht nur Patienten haben davon einen Nutzen. Auch die Mediziner arbeiten mit mobilen Geräten, etwa bei der Visite. Bislang mussten Informationen von vielen kleinen Zetteln nach den Rundgängen ins System eingespeist werden. Künftig können Mediziner via Tablet Daten direkt absenden.

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