Partner kennen keine Grenzen

Vor 15 Jahren schlossen Erlbach, Wernitzgrün und Schönbach/Luby eine Partnerschaft, inzwischen ist auch Markneukirchen dabei. Es gibt neue Ideen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

Erlbach.

Den Namen "Grenzüberschreitungen" trug ein Fotoprojekt, das Schüler des Gymnasiums Markneukirchen im Herbst 2017 in einer Ausstellung im Erlbacher Riedelhof zeigten. Die Schüler sollten sich in ihrem Umfeld umschauen, aber bewusst auch nach Tschechien gehen, und festhalten, was gleich ist, wo es Unterschiede gibt. "Und wir haben das Thema weitergedacht: Was ist eigentlich eine Grenze? Die Schüler haben sich inszeniert, sind in Rollen geschlüpft", sagte damals Kunst- lehrerin Michaela Popp.

"Grenzüberschreitungen" ist einer der vielen Mosaiksteine, die das Bild der 15-jährigen Bilanz der Partnerschaft zwischen Erlbach, Wernitzgrün, Markneukirchen und dem westböhmischen Schönbach/Luby ergeben. Die beiden Alt-Bürgermeister Klaus Herold und Jan Kreuzinger ließen am Dienstag im Erlbacher Brauhaus die Zeit seit der Vertragsunterzeichnung 2004 Revue passieren. Beide sind bis heute die tragenden Persönlichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Über sie laufen viele Kontakte, zumal Jan Kreuzinger perfekt Deutsch spricht. "Partnerschaft ist eine Sache des Vertrauens", unterstrich Erlbachs Ortsvorsteher André Worbs (Freie Wähler).

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"Ich kann auf eine gute Vorarbeit aufbauen", bekräftigte Vladimir Vorm, seit Herbst Bürgermeister von Schönbach/Luby und damit Nachfolger von Anita Černikova, die vier Jahre im Amt war. Vorm hat auch schon neue Projekte im Blick, er denkt dabei beispielsweise an einen grenzüberschreitenden Radweg. André Worbs will das unterstützen. "Ein solcher Radweg an das im Vogtland bestehende Netz fehlt noch", machte er deutlich.

Erlbachs Alt-Bürgermeister Klaus Herold erinnert an die vielen Vorarbeiten für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit, die allein seine Vorgängerin Annelie Wunderlich und der ehemalige Wernitzgrüner Bürgermeister Hans- Jürgen Wagner geleistet haben. Das Grenzfest, das am 10. August zum 25. Mal stattfinden wird, erlebte bereits 1995 seine Premiere.

"Die Zusammenarbeit steht inzwischen auf vielen Füßen. Es sind ganz viele Dinge, die verbinden", betonte der Markneukirchner Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos) mit Blick auf die grenzüberschreitenden Kontakte zwischen Kindergärten, Schulen, Vereinen bis hin zur Feuerwehr. Auch die Wirtschaft profitiere längst davon: "Viele Markneukirchner Firmen haben inzwischen tschechische Mitarbeiter."

Die Verbindungen strahlen dabei über die Partnerkommunen hinaus. So beteiligte sich Josef Kolpuch, Geigenmacher und Hobbyfotograf aus Schönbach/Luby, mit seinem Sohn Martin 2015 und 2017 an Foto-Ausstellungen des Heimatvereins Zwota. Vermittelt hatte das Jan Kreuzinger. Und die Kontakte zwischen den Tischtennisspielern von Tannenbergsthal/Muldenhammer und der TJ Strunal Luby bestehen inzwischen sogar schon 53 Jahre.

Nächste gemeinsame Termine: 1. Mai: Wanderung 14. Schönbacher Zehner in Schönbach/Luby; 11. Mai: Luby, Kulturhaus: Konzert des Gitarristen Stepan Rak (20 Uhr), 26. Mai: Erlbacher Bergwanderung.


Projekte ohne Grenzen

2005 wurden als erste gemeinsame Vorhaben der Bau des Kinderspielplatzes in Eubabrunn und einer Sportanlage an der Schule in Schönbach/Luby realisiert.

2011 erfolgte die Neugestaltung des Dorfplatzes in Wernitzgrün und parallel dazu die Erneuerung des Rathausplatzes in Schönbach/Luby mit dem Platz am Geigenmacher-Denkmal - für insgesamt fast 750.000 Euro.

2014 wurde die deutsch-tschechische Kunstwerkstatt am Gymnasium Markneukirchen eingeweiht. Dafür war eine aus dem Jahr 1906 stammende Turnhalle für 1,3 Millionen Euro um- und ausgebaut worden. (tm)

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