Pirk: Kritiker planen nächste Beschwerde

Ministerium befürwortet Verlegung der Baustraße

Taltitz.

Umweltverbände um die Grüne Liga und den Verein Sächsischer Ornithologen bereiten in Bezug auf die geplante Dammsanierung am Vogelschutzbecken der Talsperre Pirk eine neue Beschwerde in Richtung Dresden vor. Das kündigte Roland Bäuml von der Grünen Liga am Dienstag im Gespräch mit "Freie Presse" an. Die Naturschützer fordern für das ab Herbst geplante Vorhaben der Landestalsperrenverwaltung ein Planfeststellungsverfahren, das ihre Einwände berücksichtigen würde. "Es geht uns ja nicht nur um den Schutz des Flächennaturdenkmals Vogelschutzbecken, sondern um das gesamte Vogelschutzgebiet der Vorsperre", betonte Bäuml. Die Landestalsperrenverwaltung hatte den Umweltverbänden Einsichtnahme in die Baupläne gewährt. Das Errichten einer Baustraße sei für das Gebiet eine nicht zumutbare Belastung, betonte Bäuml.

Das Umweltministerium hatte die Maßnahme nach einer Beschwerde der Vogtländer an die Adresse von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zuletzt geprüft. Ergebnis: Die Verlegung der Baustraße von der Dammkrone ins Flussbett der Weißen Elster wurde als ausreichend bewertet. "Damit wird dem Gebot der Eingriffsminimierung Rechnung getragen", sagte Pressesprecher Frank Meyer auf Anfrage. Statt 71 Bäume sollen mit der Verlegung der Trasse und einer Verringerung des Baufeldes noch 34 Gehölze fallen. Nur drei dieser Bäume erreichen einen Stammdurchmesser von 30 bis 60 Zentimeter, betonte das Ministerium.


Der Klingenthaler Stephan Ernst hatte indes 176 Bäume im Gebiet gezählt, denen mit der Sanierung des Damms die Axt drohen könnte. Ohne Planfeststellungsverfahren müssen Einwände von Umweltverbänden nicht beachtet werden. Der Clinch zwischen LTV und Naturschützern gipfelte in der Beschwerde nach Dresden. Die Ornithologen fürchten, das Gebiet als Schutz- und Brutgebiet seltener Vogelarten zu verlieren, falls zu viele Bäume des Schutzgürtels fallen.

Die Untere Naturschutzbehörde teilt diese Einschätzung nicht, wie Umweltamtsleiter Tobias Pohl schon vor der Beschwerde auf Nachfrage von "Freie Presse" sagte. Denn das Areal hält den Schutzstatus als Rückzugsort für wasserbrütende Vogelarten sowie Arten der Röhrichtgesellschaften. "Der Lebensraum dieser Arten wird weder flächenmäßig dezimiert noch bau- oder anlagebedingt beeinträchtigt", betonte Pohl. Zudem liegt die Bauzeit außerhalb der Brutzeit. (nij)

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