Plauener Start-up entwickelt hochmoderne Outdoor-Jacke

Bis in 3000 Meter Höhe haben zwei Kreative die Kluft getestet: von der Plauener Hütte in den Zillertaler Alpen über Kanada bis zum vogtländischen Klettergebiet Steinicht. Ihre Online-Sammelaktion ist erfolgreich.

Plauen/Reichenbach.

Auf den ersten Blick sieht die Jacke der jungen Marke Neualp eher unspektakulär aus: außen blau oder orange, innen grau. Der dezente Schriftzug "Neualp" auf der Brust. "Aber vor dem Spiegel liest man: Plauen", schmunzelt Sascha Eichelkraut. Volle Absicht, verrät der Plauener: Denn so international er und sein Partner William Ruzek, ein US-Amerikaner, ihr Produkt auch an den sportlichen Mann oder die sportliche Frau bringen wollen: Auch das Vogtland soll profitieren.

"Ich bin hier verwurzelt", sagt Eichelkraut: Seine Familie stammt aus Plauen und Reichenbach. Sein Großvater war Webmeister in Reuth gewesen, seine Tante Schneiderin. Insofern knüpfe er an eine textile Familientradition an, so der Plauener. Für seine Heimat will er sich gern starkmachen. Das Start-up sitzt an der Senefelderstraße, in einem früheren Sternquell-Gebäude. An der Jacke tüfteln die beiden Männer seit April 2017. "Kennengelernt haben wir uns über eine Kleinanzeige bei Ebay", erzählt Ruzek, der seit zwei Jahren in Plauen lebt. Der 29-Jährige, der freiberuflich geografische Karten erstellt, und Eichelkraut, selbstständiger Berater für Unternehmen in Sachen Produktentwicklung, freundeten sich an. Von Eichelkrauts Idee einer eigenen Kleidungsmarke war Ruzek begeistert. Schnell war den beiden Outdoor-Fans, die schon Trips durch Asien, Kanada, die Türkei und Russland gemacht haben, klar: "Ihre" Jacke muss sowohl Hitze als auch Kälte aushalten.

So schlicht das Kleidungsstück für alle, die sich gern beim Wandern, Bergsteigen, Skifahren oder Klettern austoben, auch daherkommt: Sie ist sehr speziell gemacht: "Das Material ist außen abriebfest, das wurde extra verstärkt", erklärt Eichelkraut. Heißt: So schnell kriegt es keine Löcher. "Die Isolierung stammt von der Firma Primaloft", so der 41-Jährige weiter. Sie stellt synthetische Daunen her. "Die wärmen selbst dann, wenn sie nass werden, und trocknen schnell", so Eichelkraut. Die wasserabweisende Jacke sei so konstruiert, dass sie an Körperregionen wie der Brust, die mehr Wärme braucht, für entsprechende Temperaturen sorgt. "Und sie lässt viel Bewegungsfreiheit", erklärt er.

Das wurde gemeinsam mit Eichelkrauts Frau Anja (31) ausgiebig getestet: in den Zillertaler Alpen mit Stopp in der Plauener Hütte, im Joshua Tree National Park in Kanada, im vogtländischen Klettergebiet Steinicht. Nun sind drei Prototypen fertig. Produziert wurden sie in Polen. Eichelkraut und Ruzek haben aber noch mehr Produkte geplant. Und wenn möglich, wollen sie diese auch gern in der Region fertigen lassen.

Nun brauchen sie noch Startkapital, um den ersten Schwung Jacken produzieren zu lassen. Auf der Internet-Plattform Kickstarter können Unterstützer noch einige Tage lang Geld spenden - und in einem Video noch mehr über die Jacke erfahren. Wer genau hinsieht, erkennt darin verschiedene Ecken aus dem Vogtland wieder.

Infos zu Neualpund ein Link zur Sammel-Plattform Kickstarter: www.neualp.com

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