Plauenerin managt jetzt die Finanzen im Rathaus Klingenthal

Yvonne Weidhase ist die neue Kämmerin in der Stadtverwaltung. Nicht nur ihr Blick richtet sich auf die Coronapandemie.

Klingenthal.

Die Aufgabe als Kämmerin in Klingenthal sei reizvoll, sagt Yvonne Weidhase (40). "Außerdem ist es eine schöne Stadt." Die Plauenerin trat zum 1. Juni die Nachfolge von "Urgestein" Angelika Dinter an, die im Mai vom Stadtrat in den Ruhestand verabschiedet worden war.

Yvonne Weidhase, die mit ihrem Lebensgefährten und zwei Kindern in Plauen lebt, war nach einer Lehre als Bankkauffrau bei der Sparkasse Vogtland und einem BWL-Studium in Hof sieben Jahre in Münchberg tätig, ehe sie 2013 ins Landratsamt des Vogtlandkreises wechselte. Nun ist sie in Klingenthal. "Es war keine Abwerbung", macht Oberbürgermeister Thomas Hennig (CDU) scherzhaft deutlich.

Reizvoll dürfte die neue Aufgabe in Klingenthal auch deshalb sein, weil die Stadt sich unter den ersten sieben Amtsjahren von Hennig zu einem Vorreiter bei den kommunalen Finanzen entwickelt hat. Am Dienstag bestätigte der Stadtrat den Jahresabschluss für 2018, noch im Herbst soll der für 2019 vorliegen. Selbst der Vogtlandkreis konnte erst den Jahresabschluss für 2014 bestätigen lassen, manche Städte im oberen Vogtland haben selbst den für 2013 noch nicht fertig.

Hennig strebt für 2021/22 erstmals einen Doppelhaushalt für Klingenthal an. Auch der Vogtlandkreis will dann auf dieser Grundlage arbeiten. "Das Vorhaben hat in der Kommune einige Überzeugungs- arbeit gekostet. Aber ich denke, inzwischen wurde der Sinn erkannt", sagt Hennig. Die endgültige Entscheidung soll nach seinen Worten im September fallen.

Eine Rolle wird dabei laut Hennig auch spielen, welche weiteren wirtschaftlichen Auswirkungen die Coronapandemie nach sich zieht. Auf rund 800.000 Euro beziffert der Oberbürgermeister aktuell die Einnahmeausfälle der Stadt - von der Gewerbesteuer bis hin zur Kurtaxe. Er hofft, dass diese zu 75 Prozent über Finanzhilfen von Bund und Freistaat ausgeglichen werden können. "Ein Problem kann natürlich werden, dass sich die Wirtschaft nicht wie erhofft erholt. Das hat dann sofort Auswirkungen auf die Schlüsselzuweisungen an die Kommunen", zeigt Hennig auf.

Auf diese Finanzhilfe vom Freistaat sind Kommunen wie Klingenthal angewiesen, denn allein 2018 lag die von der Stadt an den Vogtlandkreis zu zahlende Abgabe mit rund 2,6 Millionen Euro über den Einnahmen der Gewerbesteuer von knapp 2,5 Millionen Euro. Höchster Ausgabeposten waren mit etwa 4,1 Millionen Euro die Personalkosten.

Finanziell steht Klingenthal derzeit gut da, wie der Oberbürgermeister zu dem noch von Angelika Dinter bearbeiteten Jahresabschluss 2018 informierte, der inzwischen durch das Rechnungsprüfungsamt der Stadt Plauen geprüft wurde.

Das Papier weist eine Bilanzsumme von rund 50 Millionen Euro aus. Seit der Fusion mit Zwota 2013 kommt die Stadt ohne Kreditaufnahme aus. Allein 2018 wurden Abschreibungen in Höhe von gut 1,9 Millionen Euro erwirtschaftet und ein Überschuss von rund 86.000 Euro erzielt. Dieser Betrag ist bereits in die Rücklage der Stadt geflossen.

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