Probleme in Altenpflege: Jens Spahn soll helfen

Vogtlandresidenz-Vertreter wollen Minister bei Besuch in Bad Elster ansprechen

Bad Elster/Bad Brambach.

Am kommenden Dienstag lädt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Albertbad Bad Elster zum Bürgerdialog - Krystin Dietz aus Oelsnitz wird das Angebot wörtlich nehmen. Die designierte Vorsitzende des Heimrates der Vogtlandresidenz Bad Brambach will auf Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten Andreas Heinz bei Spahn Probleme in der Pflege ansprechen. Das sagte sie auf "Freie Presse"-Anfrage. Die Probleme betreffen die fehlende Anerkennung ausländischer Fachkräfte in Sachsen. Ein Umstand, der die schwierige Personalsituation im Seniorenheim im Kurort, aber auch in anderen Häusern, stark prägt.

Für Bad Brambach mit kurzen Wegen nach Bayern gilt das besonders. "Wir hatten zwei gute Schwestern, Albanerinnen. Trotz Fachkraftausbildung wurden sie in Sachsen nicht anerkannt, in Bayern aber schon. Sie sind gegangen. Das hat mit Geld nichts zu tun", sagt Peter Lingg, langjähriger Geschäftsführer des Vogtlandresidenz-Trägers Dr. Dr. Nebel-Gruppe und jetzt Berater der Klinikgruppe. "Es betrifft auch tschechische Mitarbeiterinnen", erklärt Vogtlandresidenz-Chefin Monika Rogalski. Sie stünden in der Ausbildung deutschen Kolleginnen nicht nach, bisweilen sei diese sogar besser. Dennoch: Der Weg sei lang mit Anpassungslehrgang und erheblicher Wartezeit, bevor sie ausbildungsgemäß in Sachsen arbeiten können. Da ist die Kündigung und der Wechsel in ein Bundesland, das flexibler reagiert, keine Seltenheit.

Vertreter der Residenz forderten Heinz auf, sich in Dresden für eine leichtere Anerkennung ausländischer Fachkräfte in der Pflege einzusetzen. Gefragt von Angehörigen und Patienten im Heim, wann die Politik reagiere, gab Heinz zu, "es passiert erst etwas, wenn die Not ganz groß ist. In dem Stadium sind wir jetzt". So sei es nicht erst jetzt, meint Lingg. Schwestern und Pfleger würden abgeworben, auch mit viel Geld. "Weil es nicht anders funktioniert. Das ist ein trauriger Zustand." Das Thema Personal in der Pflege steht in der Vogtlandresidenz seit Monaten im Fokus.

Nachdem zahlreiche Mitarbeiter kündigten und sich das Heim selbst einen Zuzugsstopp auferlegte, hatten sich um die Zukunft der Einrichtung besorgte Bewohner und Angehörige an die "Freie Presse" gewandt.

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