Rathaus Oelsnitz erntet Kritik

Eichigts Räte sind auf die Verkehrsbehörde der Verwaltung gar nicht gut zu sprechen. Der Bürgermeister hakt nun erneut nach.

Eichigt/Oelsnitz.

Auch bei nachsichtigen Menschen reißt irgendwann der Geduldsfaden. Fast drei Monate ist es her, dass die Gemeinde Eichigt am 14. Juli nach einem Ortstermin Tempo 70 für das Straßenstück Ortsausgang Süßebach bis hinter den Abzweig Ebersbach mit der neuen Zufahrt schwerer Landwirtschaftsfahrzeuge des Hofgutes beantragt hat. "Auf Nachfrage hieß es, der Antrag sei in der Anhörung. Seither habe ich nichts mehr gehört", sagte Bürgermeister Christoph Stölzel. Anderthalb Wochen nach diesen Worten hat sich nichts getan. Deshalb setzte sich Stölzel am Donnerstag hin und schrieb eine Mail an den Zuständigen in der Unteren Verkehrsbehörde in Oelsnitz.

Zuvor hatte es im Rat zum wiederholten Mal Kritik an der Rathausabteilung gegeben. Gemeinderat Ronny Penzel (Bürger für Eichigt) sprach Raserei in den Ortsdurchfahrten Eichigt und Süßebach an. "Es wird zu wenig geblitzt. Die Stadt nimmt das nicht wahr. Oelsnitz hat eine Verantwortung in der Verwaltungsgemeinschaft. Wir müssen Oelsnitz auffordern, dieser Funktion wieder beschleunigt nachzukommen", forderte er. Dass sich der Oelsnitzer Stadtrat nach Diskussion dagegen entschied, keinen mobilen Blitzer zu mieten, gefällt Eichigts Räten gar nicht - schließlich hätte das Gerät auch auf der Umleitungsstrecke für die B 92 in der Gemeinde stehen können. Hier gibt es nach wie vor Klagen über Raserei und der Missachtung des Tempolimits 30 in den Ortsbereichen ohne Fußweg.

Während die Arbeit speziell der Kämmerei im Eichigter Rat regelmäßig Bestnoten erntet, bleibt das Thema Verkehr der wunde Punkt im Verhältnis der Kommunen. Es ist von eher schwieriger Natur. "Beim Verkehr ist das eine ganze Liste. Wir sind da auf die Zuarbeit der Stadt Oelsnitz alles andere als stolz", räumte Bürgermeister Stölzel ein. Gemeinderat Steffen Künzel (Freunde der Feuerwehr) verlangt ein Einschreiten des Oelsnitzer OB Mario Horn (CDU) bei der ihm unterstellten Behörde. Er sieht sonst schwarz beim angespannten Verhältnis. "Wenn der Dienstherr das mitmacht, rennt man gegen die Wand."


Kommentar: Der OBist gefragt

Um wohlgesetzte Worte ist der Oelsnitzer OB Mario Horn selten verlegen. Im Fall des Dauerzoffs zwischen den Eichigter Gemeinderäten und der Unteren Verkehrsbehörde im Rathaus wird er damit nicht weiterkommen. Hier helfen nur noch klare Ansagen. Sonst kommen die Eichigter als nächstes womöglich auf die Idee, sich das Landratsamt statt der Stadt als Verkehrsbehörde auszuwählen. Das wäre ein krasser Misstrauensbeweis in der gerade feierlich neu besiegelten, 20 Jahre währenden Verwaltungsehe. Wohlgemerkt: Es geht nicht darum, dass die Verkehrsbehörde Recht beugt, um den Eichigtern zu Willen zu sein. Aber eine ständige Kommunikation miteinander ist Pflicht. Da ist Horn jetzt gefragt. Denn die Qualität eines Bürgermeisters bemisst sich nicht zuletzt daran, wie führungsstark und durchsetzungsfähig er ist.

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.