Sachsens Landeserntedankfest: Oelsnitz als Ausrichter gekürt

Zwischen 30.000 und 50.000 Besucher werden am ersten Oktoberwochenende 2020 in der Sperkenstadt erwartet.

Oelsnitz.

Das 23. Sächsische Landeserntedankfest findet im nächsten vom 2. bis 4. Oktober in Oelsnitz statt. Die Kür erfolgte am gestrigen Donnerstag durch Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) und Peter Neunert vom Sächsischen Landeskuratorium Ländlicher Raum als Träger des Festes. Oelsnitz war einziger Bewerber. Nicht weil das Interesse für das Fest gering sei, sondern weil sich potenzielle Bewerberstädte abgesprochen hätten, wie Oberbürgermeister Mario Horn (CDU) erklärte. Auch Klingenthal habe beispielsweise mit einer Bewerbung geliebäugelt.

So oder so: "Oelsnitz hat eine sehr starke und professionelle Bewerbung abgeliefert", lobte Neunert. Pfund in der Bewerbung: der Voigtsberger Bauernmarkt auf Schloss Voigtsberg. Oelsnitz habe damit dokumentiert, dass es große Feste mit diesem Charakter ausrichten kann. Gleichwohl ist das Landeserntedankfest eine ganz andere Hausnummer. Zwischen 30.000 und 50.000 Besucher zieht es jedes Jahr an, so Umweltminister Thomas Schmidt. Durch die relativ zentrale Lage und die gute Erreichbarkeit von Oelsnitz rechnen die Organisatoren eher mit Zahlen im oberen Bereich.


Im Mittelpunkt des Landeserntedankfestes steht traditionell die Landwirtschaft mit ihren Produkten. Drei Tage lang präsentieren sich Unternehmen, Vereine und Verbände aus dem Agrarbereich und aus dem gesellschaftlichen Leben des ländlichen Raums. Höhepunkte werden unter anderem die feierliche Eröffnung am Freitag, die Auszeichnung der Sieger des Wettbewerbs Schönste Erntekrone - schönster Erntekranz Sachsens am Samstag sowie der ökumenische Erntedankfestgottesdienst am Sonntag sein.

Besonderheit in Oelsnitz: Mit dem 3. Oktober, das ist der Fest-Samstag, fällt der 30. Jahrestag der Deutschen Einheit aufs Festwochenende. "Das sollten wir an diesem Tag bewusst in den Mittelpunkt rücken", sagte Pfarrer Andreas Schlotterbeck. Die Deutsche Einheit sei ein besonderes Geschenk. "Auch unsere geografische Lage fordert uns heraus, diesen Schwerpunkt bewusst zu platzieren und zu gestalten", so Schlotterbeck. Ein Punkt dabei ist die Städtepartnerschaft mit Rehau, die ebenfalls seit 30 Jahren besteht - und gefeiert wird.

Schauplätze für das Fest sind die Innenstadt sowie das Schloss Voigtsberg. Dort wird der historische Part stattfinden, wie Daniel Petri von der Oelsnitzer Kultur GmbH erläuterte. Auf dem Schlossgelände sollen auch Partner wie die Freilichtmuseen Landwüst und Eubabrunn sowie das Deutsche Landwirtschaftsmuseum Blankenhain einbezogen werden.

Den Staffelstab übernimmt Oelsnitz vom diesjährigen Ausrichter Borna. Oelsnitz ist dort am 5. Oktober mit einem "Kulturgruß" dabei.


Kommentar: Die Chancedes Festes

Die Kür von Oelsnitz als Ausrichter des Landeserntedankfestes fällt in die Zeit einer öffentlichen Debatte um jene Themen, die das Fest vordergründig abbildet: Landwirtschaft, Umwelt und Heimat. Das Paket ist hochpolitisch, das Interesse einer breiten Öffentlichkeit groß, auch inhaltlich darüber zu diskutieren.

Das Landeserntedankfest war bislang vor allem ein buntes Volksfest mit Wohlfühlcharakter: Traditionen, Schlemmen, die heile Welt der Erntekränze. Das soll gern auch in Oelsnitz so sein. Das Fest würde sich jedoch einer großen Chance berauben, wenn es nicht die drängenden Fragen vieler Menschen beispielsweise zu Landwirtschaft und Tierhaltung aufgreift und ihnen im Programm gesondert Raum gibt. Bühne frei für die guten Beispiele aus der Region!

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