Seine Tauben sind sein Leben

Züchter Paul Wöllner aus Ebmath ist 80 Jahre alt

Ebmath.

Langsam wird es eng im Taubenzimmer und Paul Wöllner muss sich Gedanken machen, wohin mit den vielen Wimpel, Urkunden und Pokalen. Kein Jahr, in dem er nicht geadelt wurde mit Preisen bei Lokal- und Kreisschauen, als Meister des Vogtländischen Rassetaubenclubs, bei Bundesschauen oder sogar als Europa-Champion. Von nichts kommt bekanntlich nicht - gerade auf Züchter wie den Jubilar aus Ebmath trifft das zu und deshalb ist Paul Wöllner geschätzt, geachtet und heimlich, aber neidlos bewundert in Züchterkreisen.

Deutsche Langschnäbelige Tümmler mit Bärtchen in den Farbenschlägen schwarz, gelb und rot sind die ganze Leidenschaft von Paul Wöllner seit 63 Jahren, Tauben allgemein schon, seit er zur Schule kam. "Damals habe ich die ersten Strasser rot vom Bruder meiner Großmutter geschenkt bekommen, bis in die 1980er Jahre hatte ich auch Coburger Lerchen. Tümmler habe ich zuerst nur nebenbei gezüchtet. Dann bin ich umgeschwenkt. Mir gefällt ihre Eleganz, die Lebendigkeit und ihr aufrechter Stand." Nur so nebenbei - nicht nur, aber gerade bei den Deutschen Langschnäbeligen Tümmlern mit Bärtchen geht das auf keinen Fall und wenn man bedenkt, dass Paul Wöllner zurzeit 23 Zuchtpaare mit 135 Jungtieren in den Volieren hat, erst recht nicht. Preisrichter legen die Latte hoch, was die Rassenmerkmale betrifft. Zwischen sieben und zehn reinweiße Handschwingen beispielsweise müssen sie haben, ein Dutzend Schwanzfedern, dazu ein 1A-Bärtchen. Lupenrein müssen sie sein in der Farbe. Dass Paul Wöllner so erfolgreich ist, lässt sich nicht mit Zufall abtun. Er hat Erfahrungen - auch ein wenig Glück gehört dazu - bei der Auswahl und Zusammenstellung von Zuchttieren: "Es klappt nicht in jedem Jahr. Manchmal sind unter den Handschwingen farbige oder es fehlen Schwanzfedern. Von den Tieren muss ich mich leider trennen." Gegen ungewollte Fehler der Natur kann Paul Wöllner nichts machen, um seine Tauben für Schauen vorzubereiten allerdings schon. Es ist eine langwierige Angelegenheit, braucht eine ruhige Hand, die Bärtchen zu stutzen und die Tiere zu putzen. So aufwendig, dass seine Frau Gisela ihm dabei zur Hand geht. Auch wenn es Paul Wöllner mit den Jahren gesundheitlich schwerer fällt, sich seinen Tümmlern zu widmen, ganz aufgeben will er die Zucht nicht: "Wenn ich zu den Tieren gehe, dann habe ich meine Freude an ihnen." Und etwas Platz im Taubenzimmer ist ja noch... (eso)

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