Sportlich ins neue Jahr: Auf Schnee, auf Eis, im Wasser

Nach der Weihnachtsschlemmerei und vor dem "Prosit Neujahr!" schwang im Oberland nicht Müßiggang den Taktstock. Viele Vogtländer und Urlauber nutzten die freien Tage, um den Stress abzustreifen und sich sportlich auf 2020 vorzubereiten. "Freie Presse" schaute sich an drei Orten um.

Oelsnitz/Mühlleithen/Bad Elster.

"Na dann guten Rutsch!" - wer sich das an den Tagen vor dem Jahreswechsel auf der Eisbahn in Oelsnitz gegenseitig wünschte, meinte es in zweifacher Hinsicht: gut reinkommen ins neue Jahr und jede Menge Spaß beim Schlittschuhlaufen. Die seit dem vergangenen Jahr dank der Stadtwerke im Elstergarten existierende Freizeitattraktion für die Winterzeit erweist sich auch diesmal wieder als ein super Besuchermagnet und Aushängeschild der Stadt. "Schon an den Weihnachtsfeiertagen war es bei uns proppenvoll", meinte Schichtleiterin Steffi Hertel auf Anfrage von "Freie Presse". Insofern hätte man den aus den Lautsprechern schallenden Hit "Power of Love" locker in "Power of Ice" umbenennen können. Auf der gut und gerne 200 Quadratmeter großen Eisfläche gaben sich vor allem Familien ein Stelldichein. Angefeuert von der Musik, wurden Runden um Runden gedreht, und wer von den Kindern noch ein wenig wackelig auf den Kufen stand, nutzte dankbar die Kunststoff-Pinguine als Stützhilfe. Wer sich für 2020 vorgenommen hat, etwas mehr Sport zu treiben und nebenher auch noch seine Körpersilhouette auf Vordermann zu bringen, für den war ein Einstieg auf der Eisbahn der erste Schritt. Und es muss ja nicht beim Vorsatz bleiben.

Was macht man, wenn in den Niederungen des oberen Vogtlandes Schnee - zumindest bis jetzt - Fehlanzeige ist und man sich trotzdem körperlich fit halten möchte? Beispielsweise bleibt da nur der Wechsel zum anderen Aggregatzustand - zum Wasser. Ist das Albertbad in Bad Elster schon an "normalen" Tagen ein Magnet für große und kleine Besucher, zurzeit ist es das erst recht. Zumal allein deswegen, weil es nach der umfangreichen Sanierung und Neueröffnung Anfang September kaum wiederzuerkennen ist. Insofern ist die Freude und der Stolz von Steffi Schlosser von der Sächsischen Staatsbäder GmbH nur allzu gut zu verstehen: "An den Weihnachtstagen herrschte bei uns Hochbetrieb, sowohl in der Badelandschaft als auch im Saunabereich. Das hat sich bis ins neue Jahr fortgesetzt." Wie sehr die Gäste von dem neuen, zum Teil umgebauten und umgestalteten Albertbad begeistert sind, bestätigte Susan Studer aus Berlin, die mit ihrem Sohn Emilio den Jahreswechsel bei ihren Bekannten im Vogtland verbrachte: "Ich bin öfter hier und war bei schlechtem Wetter auch schon im Albertbad. Es ist ja nicht wiederzuerkennen. Alles ist ganz toll geworden und wir haben hier viel Spaß. Zuerst sind wir im Wasser herumgetollt und hinterher zum Eisessen gegangen. Ein paar Kalorien werden uns schon nicht schaden, weil wir uns über Weihnachten zurückgehalten haben."

Schöner hätte 2020 für Heidi Wolf und ihre Familie aus Auerbach am Neujahrstag nicht beginnen können: ein strahlend blauer Himmel, leicht frostige Temperaturen sorgten für rote Wangen an der frischen Luft und vor allem war der Skihang in Mühlleithen zum ersten Mal in diesem Winter für den Betrieb freigegeben. Wen es da nicht ins Freie lockte nach dem Stress der Weihnachtsvorbereitungen, der Kaloriensünden an den Festtagen und der Silvesterfeier, war selbst dran Schuld. "Wenn das Wetter passt und genügend Schnee liegt, dann sind wir normalerweise an fast jedem Wochenende hier. Von Auerbach ist es nur ein Katzensprung. Wir haben lange darauf gewartet, dass wir wieder Ski fahren können. Jetzt kann's endlich losgehen", schwärmte Heidi Wolf. Das sagten sich am gestrigen Neujahrstag nicht nur die vogtländischen Skihasen, sogar aus der Lüneburger Heide nutzten Urlauber die optimalen Bedingungen aus. In den vergangenen Tagen konnte der Hang dank der Minustemperaturen beschneit und mit dem Pistenbully präpariert werden. Wer nicht unbedingt so versiert war, dass er per Skier oder Snowboard hinunterrutschen konnte, der hatte auf jeden Fall eine Menge Spaß beim Rodeln. Klaus Ostwald im Kassenhäuschen zeigte sich für die Premiere ganz zufrieden: "Es sind doch mehr Leute da, als wir gedacht haben. In den nächsten Tagen wird der Andrang bestimmt noch viel größer sein. Es muss sich erst einmal herumsprechen, dass der Hang wieder freigegeben und der Schlepplift in Betrieb ist." Auch Skilehrer Maik Körner konnte sich den gestrigen Mittwoch über langsam auf den zu erwartenden Andrang einpegeln - er brachte einigen Anfängern das kleine Einmaleins des Abfahrens bei.

So wie in Mühlleithen wurde auch in Schöneck am Zauberteppich und am Schießhausberg die neue Wintersaison eingeläutet. Auch hier herrschten beste Bedingungen, was Urlauber und Einheimische ausgiebig nutzten.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...