Strunal steckt wirtschaftlich in der Klemme

Musikinstrumentenbau in Westböhmen vor dem Aus

Schönbach/Luby.

Der Musikinstrumentenhersteller Strunal Schönbach im westböhmischen Schönbach/Luby hat beim Gericht ein Sanierungsmoratorium beantragt. Es ist nach Amati-Denak in Graslitz/ Kraslice bereits das zweite Traditionsunternehmen auf tschechischer Seite des Vogtländisch-böhmischen Musikwinkels, das in ernsthaften wirtschaftlichen Problemen steckt.

Strunal Schönbach hat nunmehr bis Ende März Zeit, um einen Sanierungsplan vorzulegen. Laut Aussage des Direktors Lukáš Mikeska verhandelt das Unternehmen intensiv über den Einstieg eines neuen Investors, um das Kapital des Unternehmens zu stärken und gleichzeitig mit den Gläubigern, um weitere Schritte zu vereinbaren.

Das Unternehmen beschäftigt noch rund 60 Mitarbeiter. Strunal Schönbach setzt auf eine 300-jährige Tradition der Musikinstrumentenproduktion und erzielte in Zeiten größten Erfolgs einen Umsatz von bis zu einer halben Milliarde Kronen. Gegenwärtig ist es jedoch nicht in der Lage, sich einer billigen asiatischen Konkurrenz zu stellen.

Auf der anderen Seite hat Amati-Denak die Bemühungen zur Neustrukturierung aufgegeben. Die Firma belasten Schulden in Höhe von fast 140 Millionen Kronen (etwa 6 Millionen Euro). Sie wurde von eigenen Angestellten zum Konkurs angemeldet, da über Monate kein Lohn gezahlt wurde. Dabei hat das Unternehmen der britischen Gruppe Geneva Brasswind noch im Jahr 2017 Gewinn erzielt. (lada)


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