Supermarkt mit historischer Fassade öffnet im Mai

Vor 20 Jahren begann die Suche nach einer Nachnutzung für das Falgard-Geschäftshaus in Falkenstein - zumindest der wertvollste Teil ist nun gerettet. Einfach war das allerdings nicht.

Falkenstein.

Edeka will seinen "Markt der Generationen" an der Falkensteiner Bahnhofstraße am 9. Mai eröffnen: "Da kommt nichts mehr dazwischen", so Ronny Kadelke (37) am Dienstag bei einem Rundgang durchs fast vollendete Gebäude. Der Kaufmann hat dieses besondere Bauvorhaben in Kooperation mit der Genossenschaft gestemmt und betreibt Edeka-Märkte in Auerbach, Bergen, Kirchberg und Falkenstein. Das Objekt an der Bahnhofstraße wird den bisherigen Falkensteiner Markt an der Paul-Popp-Straße ersetzen. "Ein Bau auf der grünen Wiese hätte etwa die Hälfte gekostet", sagt Kadelke, ohne die Investitionssumme zu verraten. "Aber wir wollten ja auch etwas für die Innenstadt tun."

Dies ist durch eine ungewöhnliche Symbiose gelungen: Der nagelneue und massiv gebaute Markt steht hinter der Sandstein-Fassade, die als wertvollster Teil des denkmalgeschützten Falgard-Geschäftshauses erhalten bleibt. Die Stadt Falkenstein hatte das Geschäftshaus 1999 erworben und sich seitdem um eine Nachnutzung bemüht - vergeblich. Schließlich entschied sich die Kommune für einen Abriss und den Neubau eines Supermarkts an gleicher Stelle. Dabei spielte die Landesdirektion nicht mit - sie untersagte den Abriss, ein langes Gerichtsverfahren drohte. Unter Vermittlung des Landtagsabgeordneten Sören Voigt (CDU) wurde schließlich ein Kompromiss ausgehandelt: Die Fassade bleibt, ebenso der Zaun, der Rest des 1908 errichteten Gebäudes wird abgerissen. Die Umsetzung blieb dann an Ronny Kadelke und der Edeka-Genossenschaft hängen, Fördermittel flossen nicht. "Es ist schon beachtlich, dass hier ein Privater städtebauliche Probleme löst", meint beim Rundgang Falkensteins Bürgermeister Marco Siegemund (CDU).

Die Fassaden-Rettung erwies sich als komplizierter als gedacht, die Konstruktion zur Sicherung während der Arbeiten fiel sehr aufwendig aus. Dadurch verzögerte sich die zunächst für Weihnachten 2018 geplante Eröffnung um einige Monate. Inzwischen halten drei Ringanker die Fassade. "Das ist jetzt so fest - falls ein Erdbeben kommt, bleibt das vermutlich als letztes in Falkenstein stehen", so Kadelke.

35 Leute sollen im neuen Markt arbeiten, das wären zehn mehr als im bisherigen. Die Verkaufsfläche wird 1800 Quadratmeter umfassen, 100 mehr als bisher. Auch ein Café entsteht, betrieben von Wunderlichs Backstuben aus Oelsnitz. Der Bürgermeister hofft auf Impulse zur Belebung der Innenstadt. Sören Voigt macht sich stark für eine Bushaltestelle direkt am Markt: "Wenn es im Mai noch nicht klappt, dann spätestens ab Oktober."

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