Tanzend auf der Suche nach dem Glück

"Ooh Fortuna": Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Markneukirchen haben am Wochenende drei Mal das Tanztheaterstück aufgeführt.

Bad Elster.

Von Anfang an ließ sich das Publikum hineinziehen in die Suche nach Glück und das Ringen mit dem Schicksal. Mit brachialer Gewalt dröhnte die Musik von Carl Orffs "Carmina Burana" durch den Saal: "Schicksal, wie der Mond dort oben, so veränderlich bist Du, wächst Du immer oder schwindest! - Schmählich ist das Leben hier!" Lichter flirrten und irrten dazu wie Glühwürmchen durch die Dunkelheit.

Was ist die Formel für Glück? Ob Geld, Liebe, Frieden, Geborgenheit, Freunde oder... - jeder muss das für sich entscheiden, den Zustand selbst zu erreichen und dem Schicksal die Stirn bieten. Das darzustellen, ist den 19 Schülerinnen und Schülern vom musischen Profil des Gymnasiums Markneukirchen ganz vorzüglich gelungen. Tänzerisch, schauspielerisch und vor allem einmal mehr dank der Choreografie und Regie von Christine Schramm, dazu unterstrichen und verstärkt durch das Bühnenbild von Richard Straube und das Lichtdesign von Phillip Ray Körner.

Im Mittelpunkt des ersten Teils von "Ooh Fortuna" stand die Suche nach Glück, verbildlicht durch Synonyme wie Kleeblatt, Nadel im Heuhaufen finden, Liebe. Das war nicht zuletzt umso eindringlicher und überzeugender wegen des Einflechtens von musikalischen Bezügen der Gruppe Deichkind ("Denken Sie groß!") über Comedian Harmonists ("Ein Freund, ein guter Freund") bis hin zu Beethoven ("Mondscheinsonate") und Johann Strauss ("Radetzky-Marsch"). Das setzte sich auch im zweiten Teil fort. Hier wurde das individuelle Streben nach Glück angesichts der Fragilität und Flüchtigkeit des Lebens - verdeutlicht durch Luftballons - in einen größeren Kontext gesetzt: Ob sich etwas als Schicksal herausstellt, hängt weniger von Fortuna ab als von den Umständen und den Mitmenschen.

"Ooh Fortuna" begeisterte das Publikum wegen der Komplexität aus optischer, musikalischer und tänzerischer Umsetzung - wieder einmal ein Volltreffer der Markneukirchener Gymnasiasten.


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