Tanzgarde bringt Schwung in Festhalle

Humor und Tänze stachen beim Büttenabend des Brambacher Carnevalsvolks in der Festhalle. Aus der Bütt wurden deftige Sprüche geklopft.

Bad Brambach.

In der südlichsten Kommune Sachsens ticken die Uhren offenbar neuerdings anders, als man es aus der Vergangenheit gewohnt war: Bürgermeister Maik Schüller hat nach seiner Amtsübernahme nicht nur 100 Tage Schonfrist, sondern sage und schreibe ein ganzes Jahr. Am Samstag stieg er nämlich noch nicht in die Bütt, um sich von hier aus und auf spaßige Weise auszulassen über Widrigkeiten im Kleinen und im Großen. In diesem Punkt muss er in den nächsten Monaten sich überwinden und Mut beweisen, will er es sich nicht mit seinem "Narrenvolk" verderben.

Ganz anders Maik Schüllers Amtsvorgänger Helmut Wolfram, der den Ruhestand nicht ernst nimmt. Als selbst ernannter Erinnerungsbeauftragter der Bundesregierung schlug er aus der Bütt manche Breitseite gegen das, was zurzeit in Berlin und auch in der Welt passiert und bei jedem mit gesundem Menschenverstand Unmut hervorruft. Ihm stand auch Kathrin Stübiger nicht nach, denn als Geschichtenerzählerin nahm sie in Anlehnung an "Max und Moritz" Streiche der Oberen aufs Korn, was für jede Menge Gelächter sorgte. Hundefrauchen Monika Seltner und Birgit Hoyer als Sex-Erfahrene widmeten sich vornehmlich einigen Absonderlichkeiten des Alltags.

Sorgten die Büttenreden in der Festhalle schon allein für Stimmung, so wurden sie durch die rasanten Darbietungen der drei BCV-Tanzgruppen, der Tanzmariechen sowie der Poppendales und des Männerballetts noch gesteigert. Mit originellen Choreografien und witzigen Kostümen unterfütterten sie das Motto der 32. Faschingssaison: "Die 50er & 60er Jahre waren toll - Brambach tanzt heute Rock 'n' Roll." Und über all dem ausgelassenen Treiben thronten Christian I. und Ines I. als Prinzenpaar.

Weitere Veranstaltungen des BCV: 16. Februar ab 19 Uhr der zweite Büttenabend, Kostümball am 2. März ab 20 Uhr und Kinderfasching am 3. März von 14 bis 17 Uhr.


Sprüche aus der Bütt

Monika Seltner als Hundefrauchen:

Unser Hund bringt mir jeden Tag die Zeitung, obwohl ich sie nicht abonniert habe. Unser Hund konnte nicht bellen. Wir mussten ihm das erst selbst beibringen. Am Schwanz unseres Hundes erkennt man, dass er aus drei Rassen besteht.

Kathrin Stübiger als Geschichtenerzählerin:

Ja, wir sind mit dem Radel da. Ach nein, das war einmal, denn den Radweg gibt es ja nicht mehr.

Wer hat im Vogtland die Hausaufgaben nicht gemacht. Halb Deutschland schon darüber lacht. Wie heißt es schon im Wilhelm-Busch-Gedicht: Verantwortung kennt man nicht. Doch "Max" und "Moritz" ziemlich heiter, machen mit den Streichen einfach weiter.

Ex-Bürgermeister Helmut Wolfram als Erinnerungsbeauftragter der Bundesregierung:

Die Mauer war damals schneller fertig als heute der Flughafen in Berlin.

Jede 90-Jährige bekommt einen Eisprung, wenn sie Trumps Vorschläge hört.

Damals hatten die Fernseher große Bildröhren, weil viel Inhalt reinpassen sollte. Heute gibt es Flachbildschirme.

Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm - beim Wessi ist es andersrum.

Eine Milliarde ist eine Zahl mit neun Nullen - die sitzen alle in Berlin.

Vielleicht wird bald der Begriff Vegetarier verboten, weil darin Arier steckt.

Birgit Hoyer als Sex-Erfahrene:

Emanzipation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet: Entlassung der Sklavin in die Eigenständigkeit.

Das Vorspiel kennt ein Mann nicht. Er sagt: Ich hupe vor der Garage doch auch nicht, bevor ich reinfahre.

Einige Überlebenstipps für verlassene Männer: Brot trocknet nicht aus, wenn man es in einen Eimer Wasser legt, und schmutziges Geschirr schimmelt nicht, wenn man es einfriert.

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