Überdreht, überraschend, überragend

Clownerie und Musik sind eigentlich zwei Paar Schuhe. Dass beides auch zusammen geht, bewiesen Musiker in Bad Elster.

Bad Elster.

Das Naturtheater verwandelte sich am Sonntag in eine Art Zirkusmanege. Denn mit dem Blechblasensemble Mnozil Brass standen sieben Musiker auf der Bühne, die musikalisch sowie kabarettistisch alles aus sich herausholten.

Die 850 Besucher bekamen eine Show geboten, die sich von vielen anderen abhob. Denn wie in einem Zirkus zeigten die Musik-Clowns pantomimische Darstellungen und Zaubertricks, die zum Lachen und Nachdenken anregten. Es war eine Show mit großem Unterhaltungswert und hochprofessionellen Blechblasspiel. Denn Töne auf den Punkt genau zu treffen, während unter körperlicher Anstrengung akrobatische Höchstleistungen gezeigt werden, das ist ganz große Kunst - besonders wenn es sich dabei um schwierige klassische Kompositionen von Franz Liszt, Joseph Haydn oder Johann Strauß handelte. Auch zeitgenössische Töne von Sting und Filmmusik wurden von Mnozil Brass in ein eigenes musikalisches Gewand gesteckt. Durch die optische Darstellung erhielten die Kompositionen eine ganz andere Note.

In den Zuschauer-Reihen saßen viele Menschen aus er Region, die in irgendeiner Weise mit Blechblasmusik zu tun haben. Sebastian Wildgrube von der vogtländischen Band Brezel Brass war angetan von der Show. Er sagt: "Was sie gezeigt haben, ist schon für einen durchschnittlichen Bläser schwierig zu schaffen. Es war die oberste Schublade, was in der Blechblasmusik möglich ist." Nach seinen Worten könne man die Leistung gar nicht hoch genug bewerten. "Es ist schon für einen durchschnittlichen Bläser schwierig, ein Konzert von zwei Stunden ohne einen schiefen Ton zu spielen. Diese Musiker bekommen das noch mit ihren anstrengenden Bewegungen hin. Großen Respekt!" Zu dem Gesamtpaket der Show sagte Wildgrube: "Es war dramaturgisch sowie musikalisch Oberklasse. Obwohl ich eigentlich kein Freund von Clownerie bin, weil das immer zu Lasten der Musik geht. Wenn beispielsweise ein Schlagersänger durch das Publikum rennt, kommt gesanglich nicht mehr viel bei ihm raus. Mnozil Brass kann sich den Spaß aber leisten, weil sie es einfach können."

Florian Merz, Chef der Chursachsen, empfand die Show als studierter Trompeter ebenfalls herausragend. Für ihn war es gleichzeitig eine Reise in die Vergangenheit. Denn mit einem der Musiker hat er einst in Wien studiert. "Für mich war das Konzert eine emotionale Geschichte. Durch die frühere Bekanntschaft mit Trompeter Robert Rother habe ich mich an meine Jugend erinnert. Es war ein tolles Erlebnis und ein schönes Wiedersehen", so Merz.

Das Konzert von Mnozil Brass fand im Rahmen des MDR Musiksommers statt. Insgesamt 48 Spielorte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stehen dieses Jahr auf dem Plan. Der Kurort Bad Elster ist seit 1992 regelmäßig einer der vielen Veranstaltungsorte.

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