Vogtland buhlt um Rückkehrer

Lange stritten Vertreter aus Politik und Wirtschaft im Vogtland über den Sinn und Unsinn von Rückhol-Aktionen. An Weihnachten gibt es eine Werbeinitiative für die Heimat.

Plauen.

Bei Anruf Job: Eine neue gemeinsame Rückkehrer-Initiative von Wirtschaftsförderung und Industrie- und Handelskammer (IHK) will Weggezogene zurück ins Vogtland lotsen. Auf LED-Wänden, im Kino und über die Bildschirme bei der Fast-Food-Kette McDonalds flimmert über die Feiertage Werbung, die mit glücklichen Gesichtern vor verschneiter Landschaft für ein Leben im Vogtland wirbt. Auch Tageszeitungen und Radio-Sender sind in die Kampagne eingebunden. Angesprochen werden sollen Menschen,Angesprochen werden sollen Menschen, die es über die Festtage zur in der Region lebenden Familie zieht. Um mit Rückkehrwilligen ins Gespräch zu kommen, schaltet die Unternehmervertretung zusätzlich ein Telefon. "Wir hoffen, ebenso Eltern und Freunde mit dieser Aktion zu erreichen, um den Gedanken 'zurück in die Heimat, warum nicht' in den Mittelpunkt der Gespräche zu rücken", sagt Sina Krieger. Sie ist amtierende IHK-Geschäftsführerin in Plauen. Das Vogtland habe neben einer Vielzahl attraktiver Arbeitsplätze auch bezahlbaren Wohnraum und Bauland, eine gut ausgebaute Kinderbetreuung, kurze Wege sowie Natur zu bieten, meint sie.

Während etwa das Erzgebirge, auf Messen setzt, wolle das Vogtland mit der Initiative "seinen eigenen unverwechselbaren Weg" gehen, betont IHK-Präsident Hagen Sczepanski. "Keine Messe, die mehr der Abwerbung vogtländischer Fachkräften dient." Die Initiatoren werten Börsen als nicht zeitgemäß. Lieber wollen sie Interessenten über Angebote im Internet direkt im Wohnzimmer abholen. "Jeder, der in der Familie Rückkehrer hat, weiß, dass die Zeit über Weihnachten kostbar ist", so Sina Krieger. "Deshalb bin ich ganz persönlich davon überzeugt, dass die Zeit für einen Messebesuch sich die Wenigsten nehmen."

Zum Budget für die Aktion gab es auf Nachfrage keine Antwort. Lange rangen die Verantwortlichen um einen Konsens beim Thema. Noch zu Beginn des Jahres gab es Rufe nach Messen. Die CDU nahm die Stärkung einer Rückkehrer-Kampagne gar ins Wahlprogramm für die Landtagswahl auf. Die vogtländische Wirtschaft hungert nach jungen Fachkräften. Das Vogtland ist der Kreis mit dem höchsten Altersdurchschnitt Sachsens. Aktuell sind in der Region fast 2700 Stellen frei.

Das Rückkehrer-Telefon ist vom 19. Dezember bis 6. Januar geschaltet. Ruf: 03741 2143565.www.das-v-sind-wir.de


Kommentar: ZündendeIdee fehlt

Es ist ein Anfang. Aber vom Hocker haut die Initiative wohl keinen. Der Funke soll überspringen, hoffen die Initiatoren. Ob das mit Plakaten und einer Nummer-gegen-Kummer gelingt, ist fraglich. Ich wünsche mir eine Aktion, die zündet. Vielleicht muss man nicht gleich einen ICE chartern wie die Chemnitzer. Aber ein bisschen mehr Einfallsreichtum stünde dem Vogtland gut zu Gesicht.

1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    2
    hei
    09.12.2019

    Rückkehr schön und gut!
    Aber zu welchem Lohn? Soll ich noch Geld mitbringen?



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