Wasser aus Falkensteiner Stausee rettet Forellen in der Göltzsch

Die Talsperre gibt seit gestern Vormittag eine größere Wassermenge an den Fluss ab. Diese Hilfe ist aber nicht unbegrenzt möglich.

Falkenstein/Rodewisch.

Ein Fischsterben in der Göltzsch ist gestern im letzten Augenblick verhindert worden: Seit dem Vormittag fließen aus der Talsperre Falkenstein 55statt bisher 30 Liter Wasser pro Sekunde in den Fluss.

"Ich freue mich, dass mehr Wasser an die Göltzsch abgegeben werden kann. Es ist ein Tropfen, aber ein sehr wichtiger Tropfen." So kommentierte Lutz Glaser die Steigerung der Wasserabgabemenge. Er ist Präsident der Interessengemeinschaft Fließgewässerschutz Sachsen (IGFS), die die Göltzsch pachtet. "Besonders der niedrige Wasserstand und die hohe Wassertemperatur haben den Forellen im Fluss in den vergangenen Tagen stark zu schaffen gemacht", erklärt Glaser. Messen die Mitglieder des Vereins in der Göltzsch normalerweise im Sommer Wassertemperaturen von 15 bis 16 Grad Celsius, zeigten die Thermometer am Dienstag 23 Grad. Der Verein habe den Fluss zuletzt täglich kontrolliert, weil er aufgrund der außergewöhnlichen Trockenheit ein Fischsterben befürchtet hatte.

Als sich keine Besserung einstellte, bat der Verein die sächsische Landestalsperrenverwaltung und den Vogtlandkreis, die Abgabemenge der Talsperre Falkenstein wenigstens während der extrem heißen Tage in dieser Woche zu erhöhen. Der Stausee wird nun eine größere Wassermenge abgeben, solange im Speicher genügend Wasser für Badegäste bleibt oder sich der Göltzsch-Zufluss durch Niederschläge wieder verbessert. "Ein Rechtsanspruch auf das Ablassen einer bestimmten Wassermenge besteht nicht. Wir haben aber gesehen, dass in der Göltzsch durch die Trockenheit eine besondere Situation eingetreten ist und wollten in Absprache mit dem Vogtlandkreis helfen." Das sagte gestern Gerd Zobel, zuständiger Betriebsteilleiter der Landestalsperrenverwaltung in Eibenstock.

IGFS-Chef Glaser bezeichnet das derzeitige Niedrigwasser im Fluss als historisch. Mit einer Höhe von sechs Zentimetern habe der Rodewischer Pegel gestern noch um drei Zentimeter unter dem langjährigen Mittleren Niedrigwasser gelegen. Nicht ganz so dramatisch sei die Lage an der Messstelle in Mylau. Der Göltzsch-Pegel von 32 Zentimetern entspreche dem langjährigen Mittleren Niedrigwasser.

Der Forellenbestand in der Göltzsch habe sich in den vergangenen Jahren prächtig entwickelt. Lutz Glaser: "Als wir den Fluss im Jahr 2005 übernommen haben, gab es nur vereinzelt Forellen. Wir haben bis etwa 2009/10 in jedem Jahr Fische eingesetzt. Inzwischen reproduziert sich der Bestand wieder selbst." Die lange Trockenheit hatte diese Möglichkeit des Bestandes, sich aus sich selbst heraus zu erhalten, gefährdet.

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