Wer hat Schuld, wenn Loipen leiden?

Der Vogtlandwald ist begehrt - für den Sachsenforst als Wirtschaftsraum, für den Tourismus als Erholungsort. Ein Spagat, der gemeistert sein will.

Erlbach/Schöneck.

Der rund 1,5 Kilometer lange Loipenabschnitt zwischen dem Zauberwald und den Dreirainsteinen, der in dieser Woche wegen Holzabfuhr aufgefahren wurde, ist wieder präpariert und kann zum Skilauf genutzt werden. Das sagte am Freitag Norbert Dick vom Wintersportverein Erlbach. Die Zerstörung der Loipe sorgte für Ärger in den sozialen Netzwerken und war Anlass für ein Presse- gespräch, das am gestrigen Freitag im Forstbezirk Adorf stattfand.

Wie Udo Lüttschwager, Leiter Staatsbetrieb Sachsenforst, dabei informierte, ist im Bereich Zauberwald in dieser Woche eine große Menge Holz verkauft worden. Man werde nun den Käufer bitten, mit dem Abtransport noch zu warten.

Es ist in jedem Winter ein Spagat zwischen Wirtschaft und Ski-Tourismus, der gemeistert sein will. Für den Sachsenforst ist der Wald ein Wirtschaftsraum, und der Winter ist für die Forstleute die beste Zeit für den Holzeinschlag. Es ist aber auch die Zeit für den Skilauf.

"Die Zusammenarbeit im Bereich Tourismus ist in Verträgen mit den Anliegerkommunen geregelt", zeigt Udo Lüttschwager auf. Nach seinen Worten führe das in der Praxis trotzdem immer wieder zu Problemen. Erlbach habe in den vergangenen Tagen sehr kurzfristig über das Präparieren der Loipen informiert, mit Schöneck klappe das oft gar nicht. Dort liegen am Neuen Weg große Mengen Holz zum Abtransport bereit. "Es muss untereinander eine bessere Kommunikation und mehr Öffentlichkeitsarbeit geben", so Lüttschwager. Allerdings stoße man dabei auch bei Sachsenforst personell an Grenzen.

Derzeit ist wegen Holzeinschlags der Skiwanderweg zwischen Wernitzgrün und Eubabrunn wochentags gesperrt, und das bis Ende März. Am Wochenende sind die Wege - sofern keine Hiebsort-Absperrungen aufgrund verkehrssicherungsrechtlicher Zwangslagen vor Ort angebracht sind - passierbar. Am ebenfalls gesperrten Wolfsbachweg im Landeswaldrevier Kottenheide soll der Einschlag an diesem Wochen- ende abgeschlossen werden.

Die Informationen über die aktuellen Sperrungen zwischen Wernitzgrün und Eubabrunn sowie bei Kottenheide wurden von Sascha Barthel vom Forstbezirk Adorf am 11. und 15. Januar an rund 40 Partner in den Kommunen und im Tourismusbereich geschickt. Wie diese mit den Informationen umgehen, darauf hat der Sachsenforst keinen Einfluss. Eine gute Zusammenarbeit gibt es laut Barthel mit dem Geoportal des Vogtlandkreises. Dort könne man sich aktuell über Sperrungen in Wäldern informieren. Auch die Lokalredaktion der "Freien Presse" soll auf ihr Bitten nun in den Mailverteiler aufgenommen werden.

Sascha Barthel schaut in diesem Zusammenhang auch schon auf den Sommer und die dann wieder anstehende Bodenschutzkalkung per Hubschrauber. Das dafür im oberen Vogtland zur Verfügung stehende Zeitfenster beschränkt sich nach den Worten von Udo Lüttschwager auf die Zeit zwischen Ende Juli und Ende September. In diesem Jahr betrifft dies rund 1800 Hektar im Bereich um Markneukirchen, Adorf und Bad Elster. Die Kommunen und privaten Waldbesitzer wurden laut Sascha Barthel bereits im November 2020 dazu angeschrieben.

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