Wintervögel: Meisen vor den Sperken

Vogtlandkreis weicht von Deutschlandergebnis ab

Oelsnitz/Klingenthal.

Das Vogtland tickt etwas anders - und das gilt selbst für die Vogelwelt. Während in ganz Deutschland und in Sachsen der Haussperling der am häufigsten beobachtete Wintervogel ist, verteidigt zwischen Neumark und Bad Brambach die Kohlmeise unangefochten ihren Spitzenplatz. Das belegt die zehnte Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel" des Naturschutzbundes Deutschland. Von den 415 Teilnehmern an der Zählung im Kreis beobachteten im Januar mehr als 90 Prozent Europas größte Meisenart. Da kann der Spatz nicht mithalten: Er wurde in nur 36 Prozent der Gärten registriert - aber er kommt dafür in viel größeren Schwärmen vor, heißt es vom Nabu.

Sind Sperken und Meisen allgemein die Vögel des Winters, so sind Eichelhäher, Gimpel oder Krähen im Vogtland viel häufiger beobachtet worden als in den Vorjahren. Auch der Star ist mit 144 zur Aktion registrierten Tieren im Kreis keine Seltenheit in hiesigen Breiten mehr. Insgesamt wurden in 288 Gärten 10.583 Vögel gezählt. Die auch in der Region deutlichen Rückgänge bei Amseln und Grünfinken schreibt der Nabu Krankheitserregern wie Viren zu. Dass tendenziell weniger Wintervögel pro Garten festgestellt wurden, beunruhigt den Nabu indes nicht. Daten aus zehn Jahren zeigten, dass die Anzahl der Vögel in den Gärten umso geringer sei, je milder und schneeärmer der Winter ist.

Dabei hat die Vogelwelt im Vogtland Mitte Februar Frühlingsgefühle. Wie das aussieht, lesen sie in einem weiteren Bericht. (hagr)


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.