Zum Sonnenaufgang über den Kamm

Der historische Elster- gebirgs-Kammweg ist zwischen Dreirainsteinen, Ursprung/Počátky, dem Kegelberg und dem Aussichtsfelsen Hoher Stein bis nach Wernitzgrün nun ausgeschildert. Ein Test.

Erlbach.

Es ist ein besonderes Schauspiel, wenn morgens die ersten Sonnenstrahlen auf die Berge und Täler des oberen Vogtlandes treffen und die Natur erwacht. Wer diesen Moment auf der Elster- gebirgs-Kammweg bei Ursprung/ Počátky erlebt, dem bietet sich der Ausblick auf das Tal des Zadní Liboc, der am Oberlauf Mühlbach, weiter unten dagegen Rehbach heißt. Allein ist man dabei zu früher Stunde selten, denn die ersten Wanderer und Biker sind sehr zeitig unterwegs, um die Frische der Morgenstunden zu genießen.

Der historische Wanderweg ist seit einigen Wochen im Bereich zwischen den Dreirainsteinen, Ursprung/ Počátky, dem Kegelberg und dem Aussichtsfelsen Hohen Stein/ Vysoký kámen bis nach Wernitzgrün ist ausgeschildert und kann begangen werden. Die Anregung dazu hatte 2017 der Erlbacher Norbert Dick gegeben. "Damit ist jetzt die Verbindung des deutschen und tschechischen Wanderwegenetzes im Kammbereich des Elstergebirges hergestellt, und das Herzstück des künftigen Elstergebirgswegs realisiert", konstatierte er.


Der Einstieg ist im Bereich der Dreirainsteine, also zwischen Erlbach und Zwota, möglich. Oberhalb des Quellgebietes des Schwarzbachs wechselt der Weg dann auf die tschechische Seite der Grenze, und führt weiter auf dem rot markierten tschechischen Wanderweg, der von Graslitz/Kraslice über den Hohen Stein/Vysoký kámen nach Schönbach/Luby geht. Für Wanderer ist es ein idealer Weg, für Biker ist zumindest der deutsche Abschnitt sehr anstrengend. Vom Hohen Stein bis Wernitzgrün folgt der Weg der bereits bestehenden Ski-Trasse. "Der Anfang ist gemacht", zeigt sich Initiator Norbert Dick zufrieden.

Wie die weitere Beschilderung erfolgt, ist abhängig von den Anrainerkommunen. Der ursprüngliche Kammweg führte von Tetschen/ Dečín über 248 Kilometer bis zum Hainberg bei Asch/Aš. Von dort konnte man weiter bis nach Blankenstein am Beginn des Rennsteiges wandern.

Der Kammweg führte im Bereich des Vogtlandes von Mühlleithen über die Winselburg, Schneckenstein, Muldenberg, Schöneck und die Kärrnerstraße sowie den Hohen Brand zu den Dreirainsteinen. Ein Großteile dieser Trasse bildete 1929 die Strecke für den Staffellauf über 5 x 8 Kilometer bei den Deutschen Ski-Meisterschaften in Klingenthal. Als Wanderweg ist er heute aber nicht mehr mit den vier blauen Kamm-Zinken ausgeschildert.

Auf tschechischer Seite führte einst vom Hohen Stein eine mit roten Zinken versehene Trasse als "Abkürzung" über Graslitz, Neudorf, Silberbach, den fast 1000 Meter Spitzberg, Sauersack und Hirschen-stand bis zum blau markierten Kammweg, auf den er westlich von Johanngeorgenstadt traf.

Der 1937 eingeweiht Saar-Schlesien-Wanderweg lief im Vogtland von Bad Brambach bis Wernitzgrün auf dem historischen Kammweg, machte dann aber einen Umweg über Eubabrunn, Erlbach und das Landesgemeindetal zu den Dreirainsteinen - und weiter über Klingenthal zum Aschberg.

Der 819 Meter hohe Ursprungberg/Počátecký vrch, über den die alte und neue Wanderroute führt, gehört übrigens geologisch noch zum Erzgebirge, wie auch der Hohe Stein/Vysoký kámen. Die Grenze zwischen Erz- und Elstergebirge verläuft etwa bei Eubabrunn. Man sieht es an der Form der Täler, die im Elstergebirge breiter und offener sind als im Erzgebirge.

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