145 neue Studenten ziehen auf dem Schlossberg-Campus ein

Sie kommen aus Stuttgart und Berlin, aus dem Raum Niedersachsen und sogar aus der Schweiz. Zum Studieren haben sie ausgerechnet Plauen gewählt. Warum, verrieten einige am Rande der Immatrikulationsfeier.

Plauen.

Mit 29 Jahren will Hibbit Makonnen jetzt nochmals beruflich durchstarten. Seit der Abiturzeit hat der Stuttgarter gearbeitet: "Die Entscheidung, mein gutes Nettoeinkommen gegen eine monatliche Vergütung einzutauschen, ist mir nicht leichtgefallen", sagte der angehende Bachelor im Systemgastronomie-Management am Dienstag bei der Immatrikulationsveranstaltung der Staatlichen Studienakademie im Vogtlandtheater.

Makonnen gehört zu insgesamt 145 Erstsemestern in fünf Studienrichtungen, die in den nächsten Jahren den neuen Campus der Berufsakademie (BA) auf dem Plauener Schlossberg mit bevölkern werden. Nach drei Jahren haben sie in aller Regel einen Abschluss in der Tasche.

"Ich will noch mehr im Leben erreichen", sagte der Erstsemester Meris Alihodzic (22). Im Osten Deutschlands sei er bisher noch nie gewesen und daher gespannt auf Plauen. Aber warum studiert er, ebenfalls aus Stuttgart kommend, ausgerechnet hier? Die Entscheidung sei ihm quasi abgenommen worden: Alihodzic' Praxispartner, das Pizza-Unternehmen L'Osteria, habe die hiesige Berufsakademie als Ausbildungsstätte empfohlen.

Wohnen werden die beiden jungen Männer in der Reißiger Vorstadt. Von dort ist es ein Katzensprung bis zum Campus auf dem Schlossberg, das haben sie bereits in Erfahrung gebracht. Was ihre Freizeitgestaltung anbelangt, sind sie jedoch für Tipps offen - entweder von Mitstudenten oder von BA-Direktor Lutz Neumann. Solche hatte der Mathematikprofessor bei der Begrüßungsrede reichlich parat. "Wir sind hier in Plauen wie in einer großen Familie", sagte Neumann und verwies auf Kino und Tanzschule, auf Sportangebote und die vogtländische Natur, zum Beispiel die Talsperren Pöhl und Pirk. Ebenfalls empfahl Neumann Plauens Dreisparten-Theater, in welchem Sopranistin Christina Maria Heuel und Tenor André Gass manchen Neu-Studenten mit Songs von Gershwin und Bernstein sowie einem Stück aus Donizettis Oper "Der Liebestraum" zu Tränen rührte.

Nicht zum Weinen, dafür aber zum Lachen brachte Festredner Jan Gerbeth die jungen Leute, als er von seinem eigenen BA-Studium in Dresden berichtete. 1995 habe er es begonnen und durchaus öfters als kraftraubend, ja sinnlos empfunden, gab der heutige Geschäftsführer der Plauener Sternquell-Brauerei zu. Aber es sei auch "die geilste Zeit" in seinem Leben gewesen, nicht zuletzt weil er Freibier erhalten habe, so Gerbeth. Aktuell bilde sein Unternehmen als Praxispartner zwölf BA-Studenten aus. Ihr theoretisches Wissen bekommen sie an der Studienakademie vermittelt.

1999 ist diese als Plauener Modellprojekt gegründet worden. "Wir sind damals mit zwei Studiengängen und 36 Studenten gestartet", blickte Direktor Neumann zurück. Er ist seit 2014 Chef. Heute sind es fünf verschiedene Ausbildungen - neben den Fächern Handel und Internationales Management, Technisches Management, Lebensmittelsicherheit sowie Gesundheits- und Sozialmanagement auch der Physician Assistent (Arzt-Assistent). Den jungen Studiengang gibt es in Plauen seit 2015. Am Amtsberg studieren derzeit um die 330 junge Leute dual. Es werden 400 angepeilt.

Bewertung des Artikels: Ø 3 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...