20 Katzen von Gnadenhof verschwunden: Polizei ermittelt

Der Spuk geht seit August, sagen die Katzenpfleger. Sie vermuten, dass jemand ihre Tiere entführt. Bei der Polizei haben sie jetzt Anzeige erstattet.

Kürbitz/Weischlitz.

Katze Maliki. Kater Moritz. Sascha. Die Katzenhelfer haben Flugblätter im Dorf aufgehängt. Darauf sieht man Fotos von Katzen. "Aktuell vermissen wir mindestens 20 Tiere", sagt Christine Krause, Vize-Chefin der Weischlitzer Katzenhilfe. Anfangs dachten sie, die Katzen würden zurückkehren. Doch stattdessen seien immer mehr Tiere verschwunden.

Der Verein betreibt einen Gnadenhof im Weischlitzer Ortsteil Kürbitz. Sie nehmen kranke Streuner auf und lassen sie kastrieren und geben misshandelten Katzen ein Zuhause. Seit August sind die ehrenamtlichen Tierfreunde beunruhigt. Seitdem verschwinden Tiere von ihrem Gnadenhof, sagt Christine Krause. Sie und ihre Mitstreiter befürchten das Schlimmste.

Christoph Ulrich

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Am Sonntagabend haben sie 20 Tiere bei der Polizei als vermisst gemeldet. Bereits am Tag zuvor war aus Berlin eine Anzeige deswegen eingegangen, sagt Polizeisprecher Christian Schünemann: "Wir haben zwei Anzeigen vorliegen." Die Beamten ermitteln gegen unbekannt und wollen Nachbarn befragen. Man müsse schauen, ob ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt. Die Katzenhelfer haben Angst, dass noch mehr Tiere verschwinden. Nicht überall im Dorf wird ihre Arbeit gern gesehen.

Vor eineinhalb Jahren haben sie ihr Heim in einem alten Bauernhaus am Waldrand eingerichtet. Mit einem Nachbarn liegt der Verein im Streit, weil die Katzen ihr Geschäft auf seinem Grundstück machen. Bereits im Sommer hatten Bürgermeister und Landratsamt versucht, in dem Streit zu vermitteln. Das Schlichtungsgespräch habe aber zu keinem Ergebnis geführt, sagt Christine Krause: "Wir sollen einen katzensicheren Zaun bauen, damit die Tiere auf unserem Grundstück bleiben. Aber dafür fehlt uns das Geld." Gegen den Nachbarn hatten die Tierschützer im Frühjahr Anzeige erstattet, weil er beunruhigende Dinge geäußert habe. Die Ermittlungen seien eingestellt worden, sagt Christine Krause.

Der Nachbar betont, nichts mit dem Verschwinden zu tun zu haben. Er hält selbst eine Katze als Haustier und zeigt auf zwei Wasserspritzen für Kinder, die vor seiner Haustür liegen. "Das sind die einzigen Waffen, die ich einsetze", sagt er.

Die Katzenhelfer leben von Spenden. Davon bezahlen sie Miete, Streu, Futter und Tierarztbesuche. Die Tiere, die sie aufgepäppelt haben, vermitteln sie in neue Zuhause. Vor 15 Jahren hat eine Privatinitiative aus Weischlitz damit angefangen und bezahlte die Arbeit aus der eigenen Tasche. Vor fünf Jahren gründeten sie den Verein.

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