Ärger um Naturschutz an Pirk

Ein Schnitt von Schilf und Sträuchern während der Brutzeit sorgt bei Ornithologen für Wirbel. Die Naturschutzbehörde hat nichts gewusst.

Oelsnitz.

Erneut reagieren Naturschützer wegen Eingriffen am Vogelschutzbecken der Talsperre Pirk verärgert: Die zuständige Landestalsperrenverwaltung (LTV) ließ Schilfbewuchs und auch Sträucher am Zulaufdamm zum Stausee stark zurückschneiden. "Ausgerechnet während der Brutzeit!", beschwert sich Petra Schulz, die als Ornithologin seit Jahren seltene Arten am als Flächennaturdenkmal ausgewiesenen Fischteich beobachtet. Rohrammer, Teichsänger und andere Vogelarten nutzen den hohen Bewuchs am Damm für ihre Nester. "Man hätte mit dem Schnitt doch wirklich bis nach dem 30. Oktober warten können", sagt Schulz. Sie hat das Vorgehen jetzt bei der Unteren Naturschutzbehörde gemeldet.

Die vogtländische Umweltbehörde hat von dem Sachverhalt zuvor nichts gewusst, heißt es aus der Pressestelle des Landratsamts. Mitarbeiter wollen sich die Sache vor Ort jetzt ansehen und danach "mögliche Verursacher" anhören.

Die Talsperrenverwaltung bestätigt den Schnitt auf Anfrage von "Freie Presse". Bei den Arbeiten werde wild angesiedelter Bewuchs aus der vorhandenen Steinschüttung entfernt. "Die Unterhaltungsmaßnahme ist notwendig, um die Durchwurzelung des Damms zu verhindern", erklärt Britta Andreas von der Pressestelle in Pirna. "Wurzeln können die Standsicherheit des Bauwerks gefährden." Die Arbeiten dienten dem Erhalt der wasserwirtschaftlichen Anlage. In der Vergangenheit sei die Maßnahme mehrfach in Kenntnis der dafür zuständigen Behörden umgesetzt worden.

Die LTV habe auch auf den Naturschutz am Vogelschutzbecken geachtet, betont die Sprecherin. Motorbetriebene Geräte kamen nicht zum Einsatz, der bis zu drei Meter hohe Bewuchs sei von Hand geschnitten. "Die Arbeiten erfolgen damit sensibel und abschnittsweise." Warum die Arbeiten aber nicht erst im Herbst erledigt werden konnten, blieb unbeantwortet.

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