AfD sieht sich als Erbe der 1989er Bewegung

Stadtrats-Fraktionschef: Niemand hat Anspruch auf Alleinvertretung

Plauen.

Die Plauener AfD beansprucht für ihre Wähler einen Anteil am Umbruch im Herbst 1989 und sieht sich als Erbe der damaligen Bewegung. "Steffen Kollwitz und seine Mitstreiter haben an der Aufdeckung der Wahlfälschung im Mai '89 unstrittig einen sehr großen Anteil", räumt der AfD-Fraktionschef im Plauener Stadtrat, Gerald Schumann, ein. Doch er betont: "Ein Anspruch auf Alleinvertretung der Bürgerbewegung '89 ist damit nicht legitimiert." Wer den Anteil der heute zur AfD stehenden Menschen am damaligen Umbruch 1989 leugne, treibe die "gesellschaftliche Spaltung voran", erklärt der Kommunalpolitiker.

Schumann reagiert damit auf die von 13 Akteuren aus dem Herbst 1989 unterzeichnete Erklärung "Warum es falsch ist, wenn die AfD sich mit der Bürgerbewegung von 1989 vergleicht". Darin hatten Initiatorin Diana Zierold und ein Dutzend weitere wichtige damalige Akteure der AfD vorgehalten, sie trete die vor 30 Jahren erkämpften freiheitlichen Errungenschaften teils mit Füßen, betreibe Ausgrenzung und Angstmacherei. Widerspruch gegen ihre Thesen und Behauptungen deute die AfD um in angebliche Beschneidung der Meinungsfreiheit. Und statt mit Kritik umzugehen, neige die AfD zum Jammern. Parallelen zwischen 1989 und 2019 zu ziehen, das tue geradezu weh, hatte Kollwitz in Anbetracht der damals erkämpften und heute selbstverständlichen Freiheiten und Rechte erklärt.

Doch bei den Kommunalwahlen in Plauen habe die AfD nicht den Bezug zur Bürgerbewegung 1989 thematisiert, betont Schumann, das geschehe erst jetzt mit dem Slogan "Wende 2.0" zu den Landtagswahlen in Thüringen. Damit liege die AfD im Nachbar-Freistaat "sehr nah an der Stimmung der Bevölkerung", meint der Plauener AfD-Fraktionsvorsitzende. Denn: Die Meinungs- und Pressefreiheit werde "wieder zunehmend eingegrenzt und umgedeutet". Der Plauener AfD-Kommunalpolitiker behauptet: "Unzählige Menschen", die sich zur AfD bekennen, seien inzwischen "Repressalien und Boykotten ausgesetzt".

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...