Alter Plauener Flugzeugmotor treibt Spielzeug-Riesenrad an

Die Kürbitzer Weihnachtsausstellung im "Goldenen Löwen" ist stets ein großer Besuchermagnet. Morgen öffnet die 18. Schau und hat so manches besondere Stück aus längst vergangenen Zeiten zu bieten.

Kürbitz.

Mit dem Riesenrad und auch mit dem Arbeitshof hat Jochen Steinel einst als Kind gespielt. Es war die Zeit nach dem Krieg, als es nichts gab. "1946 habe ich das Spielzeug zu Weihnachten bekommen. Ich war fünf Jahre alt. Mein Vater hat es für mich handgefertigt", berichtet der Kürbitzer. Eine Besonderheit ist, dass beides mit ehemaligen Flugzeugmotoren aus der ehemaligen Plauener Vomag-Tochtergesellschaft Vometall gemacht ist. In dem Betrieb wurden einst Flugzeugteile hergestellt. Bomben zerstörten im Krieg die Fabrik an der Trockentalstraße.

"Das Spielzeug wurde nur zu Weihnachten hervorgeholt. Danach wurde es wieder weggepackt", erinnert sich Jochen Steinel. "Vielleicht wäre es sonst auch nicht so gut erhalten geblieben." Immerhin spielten damit auch schon der Sohn und die Enkelkinder von Karin und Jochen Steinel. "Es wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Aber das Spielzeug wurde auch dann immer nur zu Weihnachten hervorgeholt."


Das Kürbitzer Paar hat noch mehr historische Schätze der Weihnachtsschau im Ort zur Verfügung gestellt: eine altdeutsche Krippe aus Pappe, gefertigt nach einem Kupferstich von Albrecht Dürer, hergestellt wohl in den 1930er Jahren vom Verlag Heinze in Plauen. "Die Gliederpuppe ist mindestens 100 Jahre alt", zeigt Karin Steinel. Sie trägt selbst gehäkelte Kleidung. Auch Häkelsterne und Fröbelsterne sind zu sehen im Lindwurm-Gewölbe des Kürbitzer "Goldenen Löwen".

Den Saal im Obergeschoss haben viele Helfer in emsiger Arbeit weihnachtlich hergerichtet. An den Wänden hängen bunte Adventskalender, an der Decke Sterne, glitzernde Kugeln und Pakete. Die Gartenbahn mit etwa 300 Meter Gleislänge ist aufgebaut. Ganz Kürbitz scheint auf den Beinen zu sein. "Es ist immer ein großer Aufwand, alles herzurichten", sagt Gotthold Gütter vom Organisationsteam. "Vorige Woche ging es schon los."

Es werden wieder jede Menge historisches Spielzeug wie Puppenstuben, Bauernhöfe und Kasperletheater sowie Dampfmaschinen und Kunsthandwerk zu sehen sein. Klöpplerinnen sind bei der Schau am Wochenende am Werk, der Schnitzverein Plauen wird erwartet. Flaschenwelten von Hubert Gehlert, Schwibbögen von Matthias Jordan und Räuchermännchen von Horst Melzer sind zu sehen. Die Firma Hiller ist mit Intarsienarbeiten vor Ort, im Außengelände sind Schnitzarbeiten zu bewundern. "Am Sonntag freuen wir uns auf Heinz Zierold aus Jahnsbach, der Pyramiden schnitzt", sagt Gütter.

Die Kaffeestube lockt mit Weihnachtsgebäck, Händler aus der Region sind vor Ort, Kinder können Pfefferkuchen und Pfefferkuchenhäuser backen. Die Bastelstube lädt ein. Und natürlich schaut auch der Weihnachtsmann vorbei. Auf dem Weihnachtsmarkt werden vielerlei weihnachtliche Geschenkartikel und Gaumenfreuden angeboten.

Die 18. Weihnachtsausstellung, welche von einem weihnachtlichen Markt umrahmt wird, ist in Kürbitz das gesamte Wochenende jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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