Artistische Nummer erregt Anstoß

Wie erklär ich's meinem Kind? Dies fragt sich ein Leser, der in Plauen ein Plakat entdeckt hat, auf dem für Kondome geworben wird. Zu Recht?

Plauen.

Die rechte Hand ganz entspannt auf dem Nachttisch, die linke hält den rechten Fuß des Partners fest. Jetzt den Körper hochstemmen und den Unterkörper lockerflockig gegen den des Partners pressen! So sieht die Sex-Stellung aus, die auf einem Plakat an der Ecke Hammer-/Reißiger Straße in Plauen gezeigt wird. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nutzt die - nicht ganz ernst gemeinte - Akrobatikeinlage, um für den Gebrauch von Kondomen zu werben.

"Heikel", findet ein "Freie Presse"-Leser aus Reichenbach. An der Werbung für Kondome stört er sich nicht. Wohl aber an der luftigen Sexposition. "Was soll eine Mutter einem Kleinkind beim Vorbeilaufen auf eine neugierige Frage antworten, was die Frau und der Mann da auf dem übergroßen Bild machen?"

Die Bundeszentrale hat für die Mütter und Väter von wissbegierigen Sprösslingen eine Antwort parat: "Für den Fall, dass Kinder Fragen zum Thema Sexualität stellen, empfehlen wir, die Fragen zu nutzen, um mit den Kindern über Sexualität zu sprechen", teilt die Pressestelle mit. Die Kritik an dem Plakat überrascht dort nicht. "Dass Meinungen auseinandergehen, ist für eine Kampagne, die im öffentlichen Raum stattfindet, nicht ungewöhnlich", heißt es weiter. Schon in den 1990er-Jahren seien die Darstellungen auf den Plakaten Teilen der Bevölkerung zu weit gegangen. Erfolgreich sei die Kampagne trotzdem gewesen: "Im Rückblick hat sie wesentlich dazu beigetragen, die Kondomnutzung in Deutschland zu fördern."

Bei der Stadtverwaltung Plauen betont man zwar, nicht zuständig zu sein. Nur bei strafrechtlich relevantem Inhalt dürfe man einschreiten. Ulrich Giering, Fachgebietsleiter für Bauordnung, will für dieses Plakat aber offenbar eine Ausnahme machen: "Wir haben uns dennoch mit der Werbefirma in Verbindung gesetzt und es wird zeitnah eine Überklebung erfolgen."

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4Kommentare
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    429970
    15.09.2018

    Nur mal so zum Verständnis für mich: Nur weil ein älterer Herr vom "Dorf" sich an einem Plakat in der "Stadt" stört und fragt wie eine (andere) junge Mutter das ihrem Kleinkind erklären soll, springen FP und Behörden los?!
    (Leute, das Problem ist immer am andern Ende der Leine!)

  • 3
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    kartracer
    14.09.2018

    Die Karikatur sagt nichts aus, und wenn ein Kind lesen kann, schaut es sicherlich nicht mehr auf Plakate.
    Lieber FP Leser, bitte schauen sie nicht auf das Smartphone ihres URENKELS, man könnte sie sonst als überreife Tomate wahrnehmen, oder mit Herzinfarkt in die Klinik bringen. Ich glaub`s ja nicht.

  • 5
    0
    Hinterfragt
    14.09.2018

    Also ich finde an der Karikatur reinweg nichts, was Kleinkinder irritieren könnte.
    Die EU hat doch auch nicht nach den Kleinkindern gefragt, als man festlegte auf die Zigarettenpackungen "Horrorbildchen" zu kleben, die liegen im Supermarkt an der Kasse in guter Sichtweite des Nachwuchses ...

  • 5
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    DerKuckuck
    14.09.2018

    Also wegen so einem im 18. Jhd. hängengebliebenen Leser nimmt das jetzt ab? Fragt mal den Rest, den das nicht stört und für sinnvoll hält.



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