Autobahnbrücke bleibt für Fußgänger und Radler gefährlich

Mit Ampeln für die Anschlussstelle der A 72 in Treuen hat die zuständige Behörde bei der Radnetz-Initiative Treba Kopfschütteln ausgelöst. Für Nichtmotorisierte bleibt ein ungutes Gefühl.

Pfaffengrün.

Zwei Ampeln werden den Verkehr im Treuener Gewerbegebiet Goldene Höhe voraussichtlich ab Ende 2020 regeln. Sie sollen die Autobahnauf- und Autobahnabfahrt entschärfen helfen. Bessert sich damit auch die Situation für Radfahrer und Fußgänger, die zwischen Treuen und dem Ortsteil Pfaffengrün unterwegs sind? Keineswegs, findet die Bürgerinitiative Radnetz Treba (BI). Zum Frühjahrstreffen mit 20 Teilnehmern sorgte dieses Projekt in der Gaststätte Goldene Höhe am Freitagabend hauptsächlich für Kopfschütteln.

Seit ihrer Gründung vor einem Jahr fordern die Radler mit Nachdruck eine sichere Verbindung für nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer. Die Pfaffengrüner Einwohner bereits seit 2006. Denn insbesondere die Autobahn-Querung der Staatsstraße 299 und die Zufahrt zur Alten Herlasgrüner Straße kommt für sie einem Spießrutenlauf gleich: Das Verkehrsaufkommen ist dort besonders morgens und am Spätnachmittag hoch. Außerdem sind viele Lkw unterwegs. Nicht zuletzt hat sich die Anschlussstelle einen Namen als Unfallschwerpunkt gemacht.

Genau da setzt das neue Projekt laut Holger Quendt vom Plauener Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) an. Auf- und Abfahrt sollen jeweils mit einer Ampel ausgestattet werden. Dazu kommen Asphaltarbeiten. Bis zu einer Million Euro streckt der Freistaat Sachsen allein in die Planung. Baurecht und Finanzierung seien gesichert, erläuterte Quendt den aktuellen Stand. Im zweiten Quartal startet die öffentliche Ausschreibung. Ab Sommer und bis ins vierte Quartal hinein wird gebaut. "Am Ende haben wir eine verkehrssichere Straße", kündigte er an. Allerdings sei eine Radverkehrslösung nicht Planungsbestandteil: Keine Ampelschaltung für Fußgänger und Radler. Auch keine Verbreiterung der Fahrbahn. Und kein separater Randschutzstreifen. Letzteres sei nur innerorts möglich, sagte der Abteilungsleiter.

Aus BI-Perspektive macht der Eingriff wenig Sinn. Laut Holger Quendt gäbe es keine Alternative: "Damit wollen wir Verkehrssicherheit herstellen." Aber eben nur für Kraftfahrer, so die Reaktion der Radler-Gemeinde. "Kleine Schritte sind schon geschafft", kam ihm BI-Sprecher Michael Meisel entgegen. Mittlerweile herrscht dort Tempo 50 statt 70. Auch ein Schild "Achtung Radfahrer" mahnt Motorisierte zur Rücksichtnahme. Geblieben ist ein ungutes Gefühl: Man muss sich weiter in den fließenden, stockenden oder rasenden Verkehr einordnen.

Auf die Frage, warum sich mit der Sicherheit von Radlern und Fußgängern derart schwer getan werde, verwies der Falkensteiner CDU-Landtagsabgeordnete Sören Voigt auf historische Versäumnisse. Früher habe man bei der Staatsstraßen-Planung an solche Dinge noch nicht gedacht, antwortete er. Heute sei es Bestandteil des Koalitionsvertrages, beim Neubau und grundhaften Ausbau von Straßen Fuß- und Radwege zu berücksichtigen.

Parallel zum Ampelprojekt hat das Landesamt eine verkehrsplanerische Untersuchung für den Streckenabschnitt angeschoben. Im Verlauf des Jahres sollen dort unter anderem Verkehrsfluss, Stauverhalten, und Radverkehr und Zukunftsprognosen betrachtet werden.

Kontakt: radnetz-treba@web.de


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2Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    1
    Tauchsieder
    18.03.2020

    Würden die Radfahrer über Pfaffengrün - Hartmannsgrün - Treuen fahren, oder umgedreht, müssten sie nicht über diese Autobahnbrücke!
    Ganz simple Lösung, Gehirn einschalten!

  • 0
    1
    fpleser
    17.03.2020

    würde man von der Autobahn aus in Richtung Treuen einen Kreisverkehr bauen würde sich das Problem der Linksabbieger erledigen, da alle erstmal nach Rechts abbiegen würden. Platz wäre vorhanden.