Beim Mittagessen: Diebe machen Beute

20 Minuten reichten aus, um einem Plauener großen Schaden zuzufügen. Die Polizei fand DNA-Spuren an der Tür - doch reichen sie für ein Urteil?

Zwickau/Plauen.

Während ein Plauener in seinem Wohnzimmer Mittag aß, haben Diebe fette Beute in den Nachbarräumen gemacht - unbemerkt. Der Mieter hatte versehentlich den Schlüssel außen im Schloss stecken lassen. Einer der mutmaßlichen Täter, ein 23-jähriger Plauener, stand jetzt vor dem Strafrichter des Amtsgerichts Zwickau.

Der Wohnungsinhaber konnte dort allerdings nicht aussagen - er lag im Krankenhaus. Daher wurde seine Aussage, die er einst bei der Polizei gemacht hatte, verlesen: Demnach standen, als er das Wohnzimmer nach dem Essen verließ, fast alle Türen in der Wohnung auf, Schränke waren durchsucht worden. Großartig suchen musste die Täter nicht - der Griff nach einer Reisetasche genügte: Darin befanden sich neben einer Videokamera, einem Fernglas, einem Auto- und dem Wohnungsschlüssel seiner Lebensgefährtin sowie diversen persönlichen Unterlagen mehrere Briefumschläge mit etwa 10.000 Euro Bargeld. Das Geld, so hatte der Mieter den Ermittlern erklärt, habe er für größere Anschaffungen gespart.

Torsten Kleditzsch

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Der Angeklagte bestritt jede Beteiligung an der Tat. Sein Versuch, sich ein Alibi zu verschaffen, scheiterte jedoch. Er gab an, an jenem Tag arbeiten gewesen zu sein und hatte seinen Chef als Zeugen benannt. Da die Tat jedoch schon mehr als zwei Jahre zurückliegt, konnte dieser die Aussagen des Angeklagten weder bestätigen noch widerlegen.

Der Staatsanwalt hatte indes einen Beweis für die Anwesenheit des Mannes am Tatort: Die Polizei hatte am Wohnungsschlüssel seine DNA gefunden. Dafür allerdings hatte der Mann eine Erklärung. "Ich war schon bei Bekannten in dem Haus", sagte er. Dabei habe er sicher seine DNA irgendwo hinterlassen.

Ob er sich mit seinem möglichen Komplizen, einem 28 Jahre alten Algerier abgesprochen hat, werden Staatsanwalt und Gericht wohl nie erfahren. Das Verfahren gegen ihn, der wegen einer anderen Angelegenheit im Gefängnis sitzt, war bereits eingestellt worden. Auch von ihm war DNA gefunden worden - der Beweis, dass diese beim Einbruch hinterlassen wurde, gelang jedoch nicht. Vor Gericht musste er dennoch aussagen. "Es kann schon sein, dass ich mal in dem Haus war und Crystal gekauft habe", erklärte er seine an der Türklinke gesicherte DNA-Spur. Er kenne den Angeklagten nicht und habe ihn noch nie gesehen, ließ er das Gericht wissen.

Das Vertrauen der Justiz in die DNA-Analyse ist offenbar nicht grenzenlos. Richter Heiko Eisenreich wollte nicht ausschließen, dass die Spuren des Angeklagten tatsächlich auch auf andere Weise an den Wohnungsschlüssel gelangt waren. Daher soll jetzt ein Gutachten Klarheit bringen. Sobald es vorliegt, wird das Verfahren fortgesetzt.

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