Bürgermeister verzichtet auf Sitz im Gemeinderat

Das ist ungewöhnlich: Der Weischlitzer Ortschef Steffen Raab hat in der Gemeinderatswahl für die Freien Wähler kandidiert und wurde gewählt. Jetzt verzichtet er auf das Mandat.

Weischlitz.

2500 Stimmen hat der Weischlitzer Bürgermeister Steffen Raab (Freie Wähler) in der jüngsten Gemeinderatswahl für seine Liste geholt. Das ist viel. Der Kandidat, der den zweithöchsten Zuspruch erhielt, ist Jens Gruchot. Er bekam 730 Stimmen. Das positive Feedback freue ihn sehr, sagt Ortschef Raab. Aber er wolle weiterhin Bürgermeister bleiben. Auf seinen Stuhl im Gremium wird er Thomas Frank nachrücken lassen.

Raab war auf Platz zwei der Liste für die Freien Wähler Weischlitz gestartet. "Dass ich überhaupt kandidiert habe, mag manche irritiert haben", weiß Raab. Doch das sächsische Kommunalrecht lasse dies nun einmal zu. Mit dem Amtsbonus und der erreichten hohen Stimmenzahl hat er großen Anteil an den 15 von den Freien Wählern erreichten Sitzen im Gemeinderat. Nur drei weitere Mandate blieben für andere Wählervereinigungen aus Kürbitz und Reuth.


Es gehe um die Sache im Kommunalen, nicht um Parteizugehörigkeit, sagt Raab. Die große Politik werde in Berlin und Brüssel gemacht. Langweilig ist sein Amt deshalb noch lange nicht: Weischlitz ist flächenmäßig eine der größten Vogtland-Gemeinden. Rund 30 Ortsteile gehören zu ihr. Da kenne nicht jeder jeden. Auch deshalb hatten Raabs Mitstreiter bei den Freien Wählern ihn gebeten, sich mit als Kandidat auf die Liste für die Gemeinderatswahlen setzen zu lassen. Raab sagt, er habe sich Bedenkzeit ausgebeten - und nach einem halben Jahr zugestimmt. Er wolle mitgestalten und Verantwortung übernehmen, sagt er: "Wer macht das heute schon noch?" Seit 2005 mischt der 49-Jährige im Weischlitzer Rathaus mit. Der gelernte Bankkaufmann folgte damals Ex-Bürgermeister Uwe Müller. Die Orte im Burgsteingebiet und Reuth mit seinen Ortsteilen ließen Weischlitz zur Großgemeinde wachsen. Raab ist sicher, dass die Menschen ihn dort mittlerweile ganz gut kennen. Ursprünglich stammt er aus Plauen, aber die Hälfte seines Lebens hat er in Weischlitz verbracht.

Die Gemeinderäte tagen am Montagabend wieder. Aufgrund der zuletzt erfolgten Eingemeindung von Reuth sind es derzeit 30. Im neuen Gemeinderat werden es noch 18Bürgervertreter sein. Raab sagt, er bewundere sie, weil sie den Job ehrenamtlich machen. Zehn Euro gibt es als Aufwandsentschädigung pro Monat plus zehn Euro je Sitzung. Im Prinzip sei es in der Kommunalpolitik wie beim Sport: "Man muss angefangen haben, dann geht's", so der passionierte Volleyballer.

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