Bundestagswahl: SPD setzt auf Eric Holtschke

Die Sozialdemokraten im Vogtland haben ihren Direktkandidaten für die Bundestagswahl am 24. September gekürt. Es gab zwei Bewerber.

Plauen/Reichenbach.

Der 29-jährige Plauener Eric Holtschke bewirbt sich für die SPD um das Bundestags-Direktmandat im Vogtland. In einer Wahlkonferenz in Reichenbach stimmten am Samstag 31 der 41 anwesenden Mitglieder für den Politikwissenschaftler. Er setzte sich damit gegen René Runge (36) aus Auerbach durch, der sieben Stimmen erhalten hatte.

Beide Kandidaten hatten zuvor Gelegenheit erhalten, sich ausführlich vorzustellen. Zudem antworteten sie auf Fragen der Mitglieder. Dabei wurden Unterschiede deutlich - unter anderem in der Frage des zukünftigen SPD-Kanzlerkandidaten. Während Holtschke das Antreten von Martin Schulz begrüßte, äußerte Runge Zweifel: "Ich wäre froh gewesen, Sigmar Gabriel als Kanzlerkandidaten zu haben." Der habe sich - wie er selbst - aus einfachen Verhältnissen hochgearbeitet. Runge lernte Fleischer, holte das Abitur in Berlin nach und studierte zehn Jahre in Göttingen. Heute ist der Vater von zwei Töchtern selbstständig.

Holtschke legte nach dem Realschulabschluss ebenfalls das Abitur im Fachbereich Wirtschaft am Beruflichen Schulzentrum "Anne Frank" in Plauen ab und studierte an der TU Chemnitz Politikwissenschaft mit Abschluss als Bachelor. Nach mehrjährigem Aufenthalt in Prag, schloss er an der Karlsuniversität ein englischsprachiges Masterstudium im Fachbereich Geopolitik ab. Nie sei es für ihn eine Frage gewesen, danach ins Vogtland zurückzukehren: "Ich habe mich niemals damit anfreunden können, zusehen zu müssen, wie viele meiner Freunde das Vogtland verließen." Er finde, dass man gerade als junger Mensch einiges in der Region in Bewegung setzen könne. Derzeit arbeitet der ledige Holtschke als Büroleiter der SPD-Landtagsabgeordneten Juliane Pfeil-Zabel.

Als inhaltliche Ziele nannte der 29-Jährige Plauener vor allem Engagement für soziale Gerechtigkeit, für den Ausbau der Infrastruktur sowie für Sport und Ehrenamt. "Ich als noch junger Europäer glaube an die europäische Idee." Gesellschaftliche Probleme in Deutschland und Europa seien "nur gemeinsam und nicht mit nationaler Abschottung und Handelsbarrieren" zu lösen.

SPD-Kreischef Kay Burmeister überreichte dem gewählten Kandidaten eine Fechtausrüstung: Mit offenem Visier möge er kämpfen, aber sich selbst vor persönlichen Angriffen schützen, Stiche verteilen und auf den Punkt treffen. Holtschke: "Ich bin bereit, Gefechte auszufechten."

Zugleich nominierten die Mitglieder Holtschke für einen Platz auf der SPD-Landesliste für die Bundestagswahl. Über deren Zusammensetzung entscheidet die Partei am 11.März. Im Vogtland zählt die SPD 241 Mitglieder. In bisher sieben Bundestagswahlen seit 1990 errang sie einmal das Direktmandat. 1998 setzte sich Rolf Schwanitz durch. Die SPD ist die fünfte Partei im Vogtland, die ihren Bewerber für die Wahl am 24. September nominiert hat.

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