Burgspektakel soll Burgruine und Stadt Elsterberg beleben

Als Modellprojekt fürs Vogtland möchte Elsterberg ein Kulturfestival aus der Taufe heben. Möglich machen könnte das ein neues Förderprogramm des Bundes.

Elsterberg.

Vom Theaterstück über einen Band-Wettbewerb bis hin zu Kunstwerken in leeren Schaufenstern: Ein Burgspektakel könnte im Jahr 2020 sowohl die Elsterberger Burgruine als auch die Stadt in ein ganz neues Licht rücken. Das Spektakel steckt hinter dem umrätselten "Kulturevent", das beim letzten Stadtrats-Treffen für Aufregung gesorgt hatte. Die Idee stammt von einem jungen Regisseur, der selbst aus Elsterberg kommt - und Feuer und Flamme dafür ist, Bürger jeden Alters mit einzubinden und mit dem Festival ein Modellprojekt für die ganze Region zu stemmen. "Elsterberg ist meine Heimat", erklärte er. "Und die Burgruine als Ort reizt mich."

Jetzt hat der freiberufliche Regisseur Jeffrey Döring (26), den Bürgervertretern erklärt, was er sich genau vorstellt und wie das zu schaffen wäre. Das Ganze soll ein integratives Kunst- und Theaterfestival sein, das auf den Ort und die Menschen, die dort leben, zugeschnitten ist. Und möglichst noch mehr Leute nach Elsterberg lockt.

Auf der Ruine selbst soll es an einem solchen Festival-Wochenende als Burgspektakel ein Open-Air-Theaterstück geben, das auf einer lokalen Sage beruht: "Die Nixe im Brunnen", erzählt Döring. Profis sollen Regie, Technik und Ausstattung übernehmen, Elsterberger Einwohner sollen mitspielen und -musizieren. Digitale Medien sollen mit Projektionen für moderne, ästhetische Bilder sorgen. Dazu sei eine Designwettbewerb namens Burghocke gedacht, so der Regisseur weiter: Junge Kreative entwerfen eine Skulptur, die Markt und Ruine verbindet - sodass ein Platz entsteht, an dem sich Menschen gerne austauschen. Preisgeld inklusive. Ein Burgrave soll im Wettstreit mit einer Publikums-Jury junge und alteingesessene Bands der Region zusammenbringen. Als Preis winkt eine Profi-Aufnahme des Sieger-Songs im Studio. Auch eine Burgkladde in Buchform soll als Dokumentation des ganzen Erlebnisses entstehen und als Erinnerung zu kaufen sein. Auch die Jüngsten sollen dabei sein: Kinder aus Kita und Grundschule könnten Sagenfiguren gestalten, mit denen leere Schaufenster zu neuem Leben erwachen.

Finanziell möglich machen soll das alles ein neues Bundesprogramm namens Landkultur. Es sei gedacht für den ländlichen Raum und 100.000 Euro könnten herausspringen, so der 26-Jährige. Elsterberg könne das Leuchtturm-Projekt fürs Vogtland werden. An Eigenmitteln einbringen müsste die Stadt 15.000 Euro, wie Bürgermeister Sandro Bauroth (FDP) erklärte. Das müsse nicht nur Geld sein, sondern könnte auch zum Beispiel über zur Verfügung gestellte Probenräume abgedeckt werden. Auch per Spenden und Crowdfunding lasse sich Geld auftreiben. Bis 2020 geht die Förderperiode. In diesem Jahr könnte das Festival auch steigen.

Es ist laut Döring möglich, ein solches Spektakel mit dem traditionellen Heimat- und Ruinenfest zusammenzulegen. Karsten Zeller, Chef des Vogtländischen Heimatvereins Elsterberg und Mit-Organisator des Festes, begrüßte das: "Großartige Sache, wir sollten uns diese Chance nicht entgehen lassen."

Bedenken gab aus den Reihen der Räte vor allem, ob das Ganze auch im Budget bleibt, ob genügend Platz auf der Ruine ist, ob der Zeitraum nicht zu knapp ist und wann sie wissen, ob es grünes Licht für den Antrag auf Fördergeld gibt, den für den sie sich am Ende einstimmig aussprachen. Denn damit steht und fällt das ganze Spektakel. Laut Döring ist damit frühestens im Herbst zu rechnen.

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