Die Hochburgen der Parteien im Vogtland

Während Grünbach sich als Hochburg der CDU zeigt, gewinnt in drei Gemeinden im Vogtland die AfD.

Plauen.

So tickt das Vogtland: Ein Blick auf die Ergebnisse der Wahllokale bringt lokale Unterschiede ans Licht. "Freie Presse" hat Auffälligkeiten zusammengestellt.

Für die CDU ist Grünbacheine absolute Hochburg. Während die Christdemokraten überall Stimmen verloren, hielt sich die Partei im Luftkurort bei knapp 50 Prozent der Zweitstimmen - absoluter Spitzenwert für das Vogtland. In Plauen ist Straßberg ein Hort der Konservativen. Dort erreichte die CDU 42 Prozent der Wähler.

An die AfD fielen bei der Auszählung der Listenstimmen nur drei Gemeinden im Vogtland: Theuma, Eichigt und Mühlental. Schon zur Europawahl hatte die AfD in Theuma ihr Spitzenergebnis für das Vogtland erreicht. Diesmal fällt der Titel an Mühlental. Der Höchstwert von 38,5 Prozent wird nur in Stadtteilen von Plauen übertroffen. Im Wahllokal Neue Feuerwache, an der Verbindung zwischen Chrieschwitz und Alt-Chrieschwitz, setzte jeder zweite Wähler bei der AfD mit beiden Stimmen sein Kreuz.

Die Linken erzielten die höchsten Ergebnisse für Listenplätze im Vogtland ebenso in Teilen von Plauen. In Wahllokalen im Chrieschwitzer Hang (18 Prozent) und im Stadtteil Neundorf (17,5) erreichte die Partei die meisten Wähler. Außerhalb der Stadt gelang ein Erfolg in Eichigt mit 13,4 Prozent. Auffällig ist, dass in dem Ort, in dem die AfD gewann, auch die Linke sich am stärksten profilieren konnte. Zum Vergleich: In Mühlental kamen die Linken nicht einmal auf 5 Prozent.

Die Grünen erreichten ebenfalls die meisten Wähler in Plauen. Das Spitzenergebnis wurde auf dem Schloßberg erreicht. Im Wahllokal in den Räumen der Plauener Tafel kreuzten fast 12 Prozent die Grünen an. Auch in der Innenstadt, im Wahllokal im Vogtland-Konservatorium, schnitt die Öko-Partei nur wenig schlechter ab. Zum Vergleich: Die höchsten Werte außerhalb der Vogtlandmetropole liefen in Bad Elster und in der Gemeinde Pöhl ein - jedoch weit abgeschlagen mit Ergebnissen um 6,5 Prozent.

Die SPD konnte in Plauen nur im Wohnviertel um die August-Bebel-Straße das Ergebnis von vor fünf Jahren zumindest annähernd erreichen. Im Wahllokal in der Kita Zwergenland erreichten die Sozialdemokraten mehr als 13 Prozent der Wähler - das beste Ergebnis im Kreis. Im Umland fuhr die Partei nur in Pöhl noch ein zweistelliges Ergebnis ein mit 11 Prozent.

Die FDP erzielte eines ihrer höchsten Ergebnisse in Stöckigt mit 6 Prozent. Die Fünf-Prozent-Hürde nahm die Partei noch in Heinsdorfergrund und in Limbach. Am Rande der Bedeutungslosigkeit endeten die Liberalen indes in Muldenhammer mit 2,4 Prozent - das vogtlandweit schlechteste Ergebnis.

Zur Wahlpräsentation: Alle Daten aus den Gemeinden und Wahlkreisen

Bildstrecke: Das sind die Mitglieder des neuen Landtags


Fünf kämpfen, einer gewinnt

AfD-Politiker Ulrich Lupart will das obere Vogtland neben den beiden direkt gewählten CDU-Abgeordneten in Dresden vertreten. Der Oelsnitzer zieht dank des starken Ergebnisses seiner Partei auf Listenplatz 17 sicher in den Landtag ein. "Es ist der Höhepunkt meiner politischen Karriere", sagte der 67-Jährige.

 


Für Janina Pfau, die bei den Linken ebenfalls auf Listenplatz 17 stand, reichte es dagegen durch das schwache Abschneiden ihrer Partei nicht. Nur noch mit 14 Sitzen ist die Linke künftig im Landtag vertreten. Bislang waren es 27. "Wir sind die großen Wahlverlierer", sagte die Mechelgrünerin. Infrastruktur, etwa für Nachfragen im sozialen Bereich, werde auch im Vogtland verloren gehen.


Für Gerhard Liebscher aus Lottengrün, der auf Listenplatz 12 der Grünen stand, geriet der Wahlabend zum Krimi. "Ich kam mächtig ins Schwitzen", verriet er. Zwölf Sitze holte seine Partei. Gereicht hat es für Liebscher trotzdem nicht. Der Dresdener Direktkandidat zog an ihm vorbei. Nun übernimmt Liebscher im Kreistag den Fraktionsvorsitz. "Wir haben da einiges zu tun und zu bewegen."


Juliane Pfeil-Zabel verpasste den Wiedereinzug in den Landtag. Zehn Sitze sicherten sich die Sozialdemokraten, die Plauenerin kam aber erst an Stelle von Listenplatz 13. Nun übernimmt sie in Plauen den Fraktionsvorsitz im Stadtrat.


Jörg Schmidt stand bei der CDU auf Listenplatz 28. Bis auf vier Plätze sicherten sich die Christdemokraten aber ihre 45 Sitze im Parlament über Direktmandate. In Plauen war jedoch Frank Heidan dafür der Kandidat - er verlor knapp. (tb/nij)

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...