Die Verwandlung der Nina Vetter

Am Beginn des Elvis-Musicals braucht die singende Komparsin einen langen Atem. In der Maske auch. Es dauert, bevor sie zur Rock 'n' Roll-Henrietta wird.

Plauen.

Beim erstern Mal hat sich Nina Vetter selbst fast nicht wiedererkannt. "Ich musste erst meine Brille aufsetzen", erinnert sich die Komparsin des Musicals "Love Me Tender" lachend. Da habe sie einen anderen Menschen im Spiegel gesehen. Doch die Verwandlung, die hat ihr wohl gut gefallen, auch wenn sie dafür gut eine halbe Stunde in der Maske sitzen musste.

Normalerweise trägt die 24-Jährige ihr langes blondes Haar offen und schminkt sich unauffällig. Doch in der Rolle der Rock 'n' Roll-Lady Henrietta wird vor dem Auftritt gepudert und mit Theater-Make up agiert, was das Zeug hält. "Die Spezialschminke ist deshalb notwendig, weil sonst alles verläuft, wenn so 30 bis 40 Scheinwerfer auf einen gerichtet sind", sagt die Neu-Plauenerin, die an der Zwickauer Hochschule studiert. Wie sie all die Kosmetik wieder von der Haut bekommt? "Am besten geht's mit warmen Wasser und Seife", hat die angehende Betriebswirtschaftlerin festgestellt.

Mathe und Musik, das schließt sich für die gebürtige Hessin, deren Vater eine Musikschule leitet, nicht aus. Sie habe beides schon immer gut gekonnt. "Ich singe seit jeher, schon als kleines Kind auf der Schaukel, dann in Chören, später habe ich Unterricht genommen", so die Kleindarstellerin. Gleich am Anfang des Musicals mit Elvis-Titeln braucht sie einen ganz langen Atem. Mindestens 30 Sekunden hält sie bei der Szene in Sylvias Diner ausdrucksstark einen Ton. Gekleidet ist sie stilvoll in ein rot-schwarzes Petticoat-Kleid, hat einen Pferdeschwanz und über der Stirn zwei, wie sie sagt, "Riesenlöckchen". Mit dem Haarspray wird nicht gespart. "Nach dem Waschen muss ich deshalb viel pflegende Spülung nutzen", sagt Nina Vetter, der Eyeliner und Lippenstift sehr gut stehen.

Dass sie sich als Statistin fürs Sommerspektakel am Theater Plauen-Zwickau bewirbt, sei auch für ihren Freund, Beleuchter am Musentempel, folgerichtig gewesen: Patrick Stelzmann weiß ja, dass seine Partnerin sich bestens vor Publikum bewegen kann. Er hat sie bei einem Treffen der Partnerstädte Netzschkau (wo er herkommt) und Rosbach (woher sie stammt) kennengelernt und sie ins Vogtland entführt. Beide wohnen nun in Plauen.

"Love Me Tender" rockt heute und morgen, je um 20 Uhr, die Bühne im Parktheater. Kartentelefon: 03741 2813-4847/-4848.

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