Feueralarm im Vogtland-Theater

Die Räumung der Kleinen Bühne während einer Vorstellung lief nach Angaben von Beteiligten nicht ganz reibungslos. Was das Theater daraus lernen will.

Plauen.

Einmal Hölle und zurück - so bewirbt das Theater Plauen-Zwickau seine aktuelle Opernproduktion "L'Orfeo" und nichts anderes erlebten die Zuschauer nach Angaben von Beteiligten in der Vorstellung auf der Kleinen Bühne am Dienstagabend dieser Woche.

Ein 64-jähriger Besucher (Name ist der Redaktion bekannt): "Mit Beginn der Veranstaltung ertönte ein Dauerton, und die meisten dachten wohl erst einmal, das gehört dazu. Als aber klar wurde, dass es nicht so ist, sondern es sich um einen Feueralarm handelt, entstand ein ziemlich kopfloser Zustand."

Die Zuschauer wurden gebeten, das Gebäude zu räumen. Garderobe durften sie nicht mitnehmen. Statt dessen mussten sie minutenlang im Regen verharren, ohne dass sich jemand kümmerte oder Klarheit schaffte. "Das war alles dem Selbstlauf überlassen. Nicht einmal das Haupthaus wurde aufgesperrt." Erst einige weitere Minuten später hieß es, die Besucher könnten sich bis zur Klärung des Feueralarms in einem Zimmer der Musikschule aufhalten. Der 64-jährige: "Am schlimmsten finde ich im Nachhinein, dass niemand mit Übersicht agierte. Keiner wusste, wieviele Personen im Gebäude gewesen waren und wieviele es verlassen hatten."

Der Alarm wurde durch einen Geschirrspüler verursacht, aus dem beim Öffnen heißer Wasserdampf entwich. Dadurch schlug ein Brandmelder an, so Theatersprecherin Carolin Eschenbrenner auf Nachfrage. Sie räumt ein: "Im Ablauf der Aktion und in der internen Handlungskette gab es Defizite, die wir auswerten und beheben werden." Derartige Alarmierungen seien selten: "Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass es schonmal passiert ist." Nichtsdestotrotz gebe es natürlich Pläne für Fluchtwege und Notausgänge. Ein weiterer Notausgang für die Kleine Bühne sei erst vor kurzem geschaffen worden. Eschenbrenner: "Wir nehmen das zum Anlass, das mit allen Beteiligten noch einmal durchzusprechen." Richtig war, dass das Große Haus zu blieb: Das Theater wird immer als Ganzes geräumt.

Nach einer Kontrolle der Feuerwehr und gut 45 Minuten ging die Vorstellung weiter. Der Besucher fand es in Ordnung, dass man sich zuvor beim Publikum kurz für die Unterbrechung entschuldigte.

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