Feuerwehr vermisst Zukunftskonzept

Die Feuerwehr Reuth ist zahlenmäßig die größte Ortswehr der Gemeinde Weischlitz. Als Problem sieht der Wehrleiter einen fehlenden Brandschutzbedarfsplan.

Reuth.

Auf fünf Standorte verteilt ist aktuell noch die Freiwillige Feuerwehr Reuth. Doch welche Zukunft haben die vier Löschgruppen in den früheren Reuther Ortsteilen Mißlareuth, Tobertitz, Thossen und Dehles/Schönlind? Wehrleiter Hardy Baumann kritisiert, dass es noch immer keinen Brandschutzbedarfsplan gibt, der für Klarheit sorgen würde. Als Beispiel nannte Baumann die Löschgruppe Tobertitz. "Das ist eine gut aufgestellte Truppe, wo der jetzige Standort wahrscheinlich nicht zukunftsfähig ist. Die Mitglieder wollen hier endlich Klarheit, und das geht nur mit einem fertigen Brandschutzbedarfsplan", so Baumann. Auf diesen Plan baue sich alles auf. Seit 2017 werde von einer externen Firma daran gearbeitet, bislang ohne Ergebnis. "Gerade unsere vier Standorte, die nur über Anhänger verfügen, wollen wissen, wo die Reise hingeht. Werden noch alle Löschgruppen gebraucht, wo werden gegebenenfalls Fahrzeuge stationiert, und wenn ja, welche?", fragt der Feuerwehrchef. Schließlich resultiere daraus auch die Frage, ob die derzeitigen Gerätehäuser den Anforderungen noch gerecht werden.

Der Umbau des Domizils der Feuerwehrleute an der Bahnhofstraße 4 in Reuth gehe peu à peu weiter. "Wir haben 2018 im Zuge des Kindergartenumbaus unseren sehr schönen Schulungsraum verloren. Dies war für alle sehr schmerzlich, steckte doch viel Eigenleistung drin. Doch ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft wieder ordentliche Verhältnisse bekommen", so Baumann. Weiterhin werde daran gearbeitet, Schritt für Schritt alle Feuerwehrmitglieder mit gleicher persönlicher Schutzausrüstung auszustatten. Die Ausstattung mit zeitgemäßen Stiefeln und Helmen habe begonnen und werde in den nächsten Jahren weitergeführt. 2018 wurde außerdem eine Heizung im Gerätehaus Mißlareuth in Betrieb genommen. Und zum Abschluss des vergangenen Jahres konnten ein neuer Rettungsspreizer und eine neue Rettungsschere übernommen werden.


"Wir brauchen begeisterte Feuerwehrleute, nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft", sagte Hardy Baumann. Mit 76 aktiven Einsatzkräften sei man personell sehr gut aufgestellt. Der Alters- und Ehrenabteilung gehören mehr als 40 Mitglieder an. Die Ortsfeuerwehr Reuth ist damit die größte Ortswehr der Gemeinde Weischlitz. Und: Mit der starken Jugendfeuerwehr im Hintergrund könne man optimistisch in die Zukunft blicken.

In diesem Jahr wird Reuth voraussichtlich eine neue Sirene für einen Standort erhalten, um das Bahnhofsviertel besser zu erreichen. "Sowohl die Alarmierung der Kameraden als auch die Bevölkerungswarnung wird dadurch im gesamten Ort verbessert", sagte der Wehrleiter.

Baumann bezeichnete in der jüngsten Jahreshauptversammlung die Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung Weischlitz als konstruktiv. "Der Bürgermeister hat immer ein offenes Ohr für unsere Probleme", sagte er.

Durch die Eingemeindung von Reuth zu Weischlitz wurde die ehemalige Gemeindewehr Reuth zur Ortswehr. Sie ist eingeordnet in die Gemeindewehr Weischlitz. In der Aufgabenverteilung der Gemeindewehr Weischlitz sind nun auch Einsatzkräfte aus Reuth tätig. So sind mehrere Reuther im Stab beziehungsweise als Funker in die Arbeit der Landfunkstelle Weischlitz bei Großschadenslagen integriert, berichtet Baumann. Intensiviert wurde und soll auch zukünftig weiter die Zusammenarbeit mit den Freiwilligen Feuerwehren Gefell und Tanna. Einsätze haben gezeigt, dass man damit richtig liegt, unterstrich der Reuther Wehrleiter.

Ehrungen Ortsfeuerwehr Reuth:50 Jahre aktiver Dienst: Roland Heinritz, Dehles/Schönlind. 50 Jahre treue Dienste vom Landesfeuerwehrverband: Wilfried Meyer, Reuth. 60 Jahre treue Dienste vom Landesfeuerwehrverband: Günther Heinsmann, Reuth. 70 Jahre treue Dienste vom Landesfeuerwehrverband: Hilmar Göll, Reuth.

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