Fünf jungen Landwirten gelingt Meisterabschluss

Nur jeder zweite hat die Qualifikation geschafft. Am Donnerstag durften die jungen Meister ihre Zeugnisse in Empfang nehmen. Auf sie warten schwierige Aufgaben.

Plauen.

Zehn junge Landwirte waren 2017 angetreten, um an der Landwirtschaftlichen Fachschule in Plauen einen Meisterabschluss zu erwerben. Fünf von ihnen - vier Männer und eine Frau - haben jetzt das Ziel erreicht. Am Donnerstag erhielten sie an ihrer bisherigen Wirkungsstätte die Prüfungszeugnisse und den Meisterbrief. Für die Fachschule war die kleine Feier ein Novum, denn bisher waren die Absolventen immer zu einer zentralen Feier in Dresden eingeladen. Corona machte diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung. "Wir wollten die Zeugnisse nicht per Post zustellen", sagte Thomas Luther, Leiter der Plauener Informations- und Servicestelle (ISS) des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

In 200 Unterrichtsstunden hatten die Ausbilder die Lehrgangsteilnehmer auf die Prüfung vor vorbereitet. So beschäftigten sich die jungen Leute unter anderem mit der Erzeugung und Vermarktung pflanzlicher und tierischer Produkte, aber auch mit Unternehmensführung und Öffentlichkeitsarbeit.

Auf die neuen Meister warten zum Teil schwierige Aufgaben. Einige davon nannte Luther: "In der neuen Düngeverordnung sind die Sperrzeiten länger als die Ausbringezeiten." Die Afrikanische Schweinepest stehe immer noch als Bedrohung vor den Grenzen des Landes. In der EU gebe es zudem noch keinen bestätigten Haushalt. Das heißt, die Landwirte wissen noch nicht, welche Fördergelder und welche Programme ab dem Jahr 2022 gelten.

Mit dem Abschluss in der Tasche sind die Absolventen jetzt berechtigt, einen Betrieb zu führen und Lehrlinge auszubilden. Kerstin Hopf, die einzige Frau in der Runde - sie kommt vom Hofgut Eichigt - möchte mit ihrem Abschluss in der Rinderzucht des Betriebes mitwirken. Philipp Schöniger von der gleichnamigen GbR aus Ellefeld ist schon in die Betriebsleitung des Pferdezucht- und Pferdesportbetriebes eingestiegen und hat jetzt auch die dafür notwendige Qualifizierung erworben.

Christoph Goldberger ist mit 36 Jahren der älteste Teilnehmer des Kurses gewesen. Er arbeitet mittlerweile in der Informations- und Servicestelle des sächsischen Landesamtes für Landwirtschaft in Zwönitz, nachdem er vorher 18 Jahre in der Landwirtschaft tätig war. "Dieser Abschluss mit meinen praktischen Erfahrungen ist die ideale Kombination für meine jetzige Tätigkeit. Ich kenne die Probleme der Landwirte aus eigenem Erleben", berichtete er.

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