Für den größten Obstgarten der Region gibt es weitere Pläne

Die Renaturierung einer rund drei Hektar großen Fläche bei Kloschwitz ist weit vorangeschritten. 170 Obstbäume wachsen dort bereits. Der Verein hinter der Aktion denkt noch lange nicht ans Aufhören.

Kloschwitz.

Die Streuobstwiese auf der Anhöhe hinter Kloschwitz ist vollendet. Beim Arbeitseinsatz, zu welchem die Bürgerinitiative für den Schutz der Natur und von Gold- bis Rosenbach am Samstag eingeladen hatte, wurden 56 Obstgehölze in die Erde gesetzt. Es war eine Gemeinschaftsaktion mit der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt. Laut deren Vertreterin Katrin Weiner handelt es sich um ein Projekt zum Erhalt alter sächsischer und tschechischer Obstsorten, welches von der Europäischen Union zu 85 Prozent und vom Freistaat Sachsen zu 15 Prozent gefördert wird.

Sachsenweit wurden drei solcher Sortenwiesen angelegt. "Eine in Ostritz an der Neiße, eine in Freital und die dritte im vogtländischen Kloschwitz", so Weiner. Deshalb sei es etwas ganz Besonderes für die vogtländische Bürgerinitiative. In Tschechien kommen zwei Streuobstwiesen hinzu. Der Wert? "Ein Baum kostet 130 Euro mit dem Pflanzen und dem Material. Wir wollen das Projekt auch fachlich weiter begleiten. Denn die veredelten Obstbäume werden erst in sieben bis zehn Jahren Früchte tragen."

In Kloschwitz weiß Weiner die Aktion in guten Händen. Einmal weil das Projekt von der Weischlitzer Gärtnerei "Grüner Wagen", einem Integrationsprojekt der Diakonie unterstützt wird. Auch die Allianz-Stiftung brachte sich schon ein. Vor allem aber gibt es hier so viele aktive Helfer, die beispielsweise in diesem Jahr im heißen Sommer die schon angepflanzten Gehölze regelmäßig mit Wasser versorgten. "Das ist eine runde Sache in Kloschwitz", lobte Weiner.

Zufrieden zeigte sich auch Peter Luban, der Vereinsvorsitzende. "Ich freue mich, dass so viele Leute da sind. Es kommen ja immer so zwischen 60 und 80." Dass die Menschen trotz des trüben und regnerischen Wetters an der Pflanzaktion teilnehmen wollten, sei schon toll. Kinder hatten zu der Aktion am Samstagvormittag ihre Schaufeln und Hacken mitgebracht, ganze Familien, junge Leute genauso wie Senioren packten mit an, die Hochstämme in die bereits vorbereiteten Pflanzlöcher zu setzen. Nun können hier Sorten wie Lausitzer Nelkenapfel, Sächsische Renette und Safranapfel oder auch Birnensorten wie Alexander Lucas oder Clapps Liebling wachsen. Kinder aus Weischlitz, Kloschwitz und Umgebung pflanzten zudem eine Sommerlinde als den Baum des Jahres, welchen Martin Reiner aus Dresden spendete. Wie es künftig weitergeht mit der Streuobstwiese und dem Verein? "Das nächste Projekt wird sein, dass wir Beerensträucher weiter entlang der Grundstücksgrenze pflanzen wollen", blickte Luban voraus. Damit soll nächstes Jahr begonnen werden.

Vor etwa drei Jahren war es, als die Bürgerinitiative den Grundstein für ihr bisher größtes Vorhaben legte: Die Renaturierung der rund drei Hektar großen Fläche, mitten auf dem vormals geplanten Tagebaugelände. Bei gemeinsamen Pflanzaktionen wurden in den vergangenen drei Jahren 170 verschiedene Bäumchen historischer Obstsorten und eine Wildfruchthecke gepflanzt. Das Ziel, das Gebiet, welches dem Tagebau geopfert werden sollte, vielmehr zum Vorranggebiet für Natur- und Umweltschutz zu entwickeln, hat sichtbar Gestalt angenommen.

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