Grün markierte Baum-Allee: Bürger befürchten Abholzung

Droht an der Straße zwischen Schönberg und Mühltroff Kahlschlag? Vogtländer schlagen Alarm.

Schönberg/Mühltroff.

Mehr als 100 Bäume an der Staatsstraße S 318 zwischen Schönberg und Mühltroff wurden jetzt mit grüner Farbe markiert. Bürger befürchten nun, dass es in diesem Bereich erneut zu einer größeren Baumfällaktion wie vor zwei Jahren kommen könnte. "15 Bürger haben sich an mich gewandt", berichtet der Kornbacher Thomas Hohl, der für Bündnis 90/Die Grünen im vogtländischen Kreistag sitzt. Hohl hatte sich bereits bei jenem Eingriff vor zwei Jahren für die Allee eingesetzt. "Ich schätze das nicht nur als Vertrauensbeweis, sondern bin erfreut, dass die Bürger bereits ein wenig sensibilisiert sind und sich von mir Unterstützung erhoffen."

Die Bäume der Allee wurden mit einem "u" oder mit Zahlen (von 1 bis etwa 140) besprüht. Was das bedeutet, ist für den Laien nicht ersichtlich. "Die Alleebäume wurden im Rahmen der Baumkontrolle bewertet und Maßnahmen, außer Baumfällung, baumkonkret festgelegt", gibt Nicole Wernicke von der Pressestelle des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in Dresden Auskunft. "Die Nummerierung dient einzig und allein zur Vorbeugung von Verwechslungsgefahren in der Zuordnung notwendiger Erhaltungsmaßnahmen zum jeweiligen Baum." Eine Fällung von Bäumen an dieser Straße sei nicht vorgesehen.

Dennoch habe sich inzwischen bewahrheitet, was er befürchtet hatte, so Naturschützer Thomas Hohl: "Die Fällungen von ortsbildprägenden Bäumen auf dem Gebiet der Gemeinde Weischlitz nehmen nach Abschaffung der Baumschutzsatzung zu." Allein in Mißlareuth seien seitdem neun große, gesunde Bäume gefällt worden. Teilweise waren es Bäume, welche ich als ehrenamtlicher Baumschutzobmann bis vor zwei Jahren noch zum Fällen abgelehnt hatte. Aber auch in Reuth und Tobertitz oder Großzöbern kam es zu mehreren Fällungen, so Hohl.

Als weiteres Problem bezeichnet er, dass es nach einer Fällung, vor allem auf privatem Grund, fast nie zu Nachpflanzungen kommen würde. Diese Ersatzpflanzungen waren zu Zeiten einer gültigen Satzung noch zwingend nötig. "Die Gemeindeverwaltung in Weischlitz ist zumindest bei Fällungen auf Gemeindegrund an Nachpflanzungen interessiert. Das wurde mir vom Weischlitzer Bürgermeister Steffen Raab glaubwürdig versichert."

Der Grünen-Kreisrat argumentiert, dass große, das Ortsbild prägende Kommunalbäume nicht nur sowohl für das Klima als auch für den Wasserhaushalt wichtig sind, sondern ebenso die vogtländischen Städte und Gemeinden prägen. "Sie sind ein wichtiger Bestandteil unserer Heimat und in jedem Fall schützenswert."

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