Grünbacher Textilfirma erhält renommierten Preis

Die Firma STS Textiles hat mit neuen Ideen auf sich aufmerksam gemacht. Textilien als Wärmespeicher sind ein Beispiel.

Grünbach/Essen.

Mit dem "Top 100-Award" ist das Grünbacher Unternehmen STS Textiles ausgezeichnet worden. Geschäftsführer Markus Tutsch nahm in Essen die Auszeichnung aus den Händen des Wirtschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar während des Deutschen Mittelstands-Gipfels entgegen.

In einem Auswahlverfahren hatte Innovationsforscher Professor Nikolaus Franke von der Wirtschaftsuniversität Wien Bewerbungen von 247 Unternehmen geprüft. 148 erhielten die Auszeichnung, berichtet Veranstalter Compamedia aus Überlingen. "Den 'Top 100' gelingt es in herausragender Weise, ihre Ideen in Markterfolge zu verwandeln. Das ist die Hürde, an der viele andere Unternehmen scheitern", sagte Franke.

Die Grünbacher Firma hat mit einer Reihe innovativer Projekte auf sich aufmerksam gemacht. Ein Beispiel ist der Latent-Wärmespeicher: Mit einem fünf Millimeter dicken Textil lassen sich Wärme- und Kälteschutzwesten, mobile Wärmespeicher oder Rollos herstellen. Ebenso ist es möglich, die Leistung bestehender Speicher zu steigern. "Die Natur stellt Energie oft nicht so zur Verfügung, wie wir sie brauchen. Mithilfe unseres Produktes kann man die Wärme in der Nacht nutzen, die am Tag gespeichert wurde und damit Räume heizen", sagt Geschäftsführer Tutsch. Die Energieeinsparung beträgt zum Beispiel bei einem Rollo bis zu 20Prozent. Die Gewebe in verschiedenen Farben können als Vorhänge, Wandbespannung und zum Abhängen der Decke verwendet werden. Ein weiterer Vorteil des textilen Energiespeichers sei, dass er immer zur Verfügung steht. Tutsch: "Er verbraucht sich ja nicht."

Außerdem hat STS ein Verfahren für die Verarbeitung von Basaltfasern entwickelt. Die damit erzeugten hitzebeständigen Basalttextilien können beispielsweise das vergleichsweise teure Carbon als Trägermaterial zur Herstellung von Fahrzeugtanks oder Hochtemperaturfiltern ersetzen.

STS Textiles stellt Gestricke für Schlafsysteme, Kindersitze, Spezialbekleidung, Hitzeschutz und industrielle Anwendungen her. Markus Tutsch hat das Unternehmen 2008 gegründet und mit zwei Mitarbeitern angefangen. Heute arbeiten in Grünbach etwa 35 Menschen. Bislang investierte der aus Hof stammende Unternehmer in Grünbach mehr als 3,5 Millionen Euro. Die modernen Großrundstrickautomaten kaufte er bei der Chemnitzer Terrot GmbH. Auf den Anlagen entstehen vor allem strapazierfähige Matratzenbezugstoffe für die Heimtextilbranche. Bislang verließen das Unternehmen rund vier Millionen Laufmeter Maschenstoffe.

Vor kurzem hat sich STS erstmals auf einer Möbelmesse in Stockholm präsentiert. Beachtung auf dem skandinavischen Markt fand die neue Produktreihe Sign of Nature, eine ausschließlich aus Naturfasern wie Baumwolle und Leinen hergestellte Kollektion. Gegenwärtig ist in Grünbach ein ergänzendes Bio-Sortiment auf Basis von Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau in Vorbereitung.


"Top 100-Award"

Ranga Yogeshwar (Foto) wurde 1959 in Luxemburg als Sohn eines indischen Ingenieurs und einer luxemburgischen Künstlerin geboren. Er studierte in Aachen Physik und arbeitete nach eigenen Angaben am Schweizer Institut für Nuklearforschung Cern in Genf sowie am Forschungszentrum Jülich. Seit 2008 arbeitet er als unabhängiger Journalist und Autor. Fernsehzuschauern ist er unter anderem aus Sendungen wie "Quarks & Co" sowie "Die große Show der Naturwunder" bekannt. Seit 2011 ist er Mentor des "Top 100-Award".

Compamedia organisiert seit über 20 Jahren die bundesweiten Unternehmensvergleiche "Top 100", "Top Job" und "Top Consultant". Die Firma begleitet und prämiert mittelständische Unternehmen, die auf den Gebieten Innovation, Personalmanagement, Beratung und unternehmerische Verantwortung Hervorragendes leisten. Aus dem Vogtlandkreis ist

im zurückliegenden Jahr bereits

die Oelsnitzer Software-Firma n3 data analysis mit dem "Top-100-Award" ausgezeichnet worden. (lh)

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