Herlasgrüner kämpfen gegen das Mauern

Eine Einwohnerversammlung fordern Herlasgrüner zum Thema Gewerbegebiet vor ihrer Haustür. Nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal.

Pöhl.

Holger Röhn steht es Oberkante Unterlippe. "Ich sehe dieses Gezerre nicht ein", machte sich der Bürgervertreter (Verein zum Erhalt des "Naturraumes Talsperre Pöhl") während der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Pöhl Luft. Er scheue sich nicht, seine Meinung öffentlich zu sagen, was ein mögliches Industrie- und Gewerbegebiet auf Herlasgrüner Flur betrifft - und was der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung dazu beschlossen hat.

Denn das möchten Herlasgrüner Einwohner, darunter eben der Verein zum Erhalt des Naturraumes Talsperre Pöhl, sehr gern wissen. Darum hatte der Verein bereits Ende April gebeten - und darum, eine Einwohnerversammlung einzuberufen. Denn die Furcht vor einem Industrie- und Gewerbegebiets vor den Haustüren von Herlasgrünern spukt seit Monaten durch die Gemeinde Pöhl. Viele Bürger fühlen sich schlecht bis gar nicht informiert. Nicht nur Röhn bat die Bürgermeisterin Daniela Hommel-Kreißl (FDP) bei der Sitzung, die beiden Bitten des Vereins noch einmal zu überdenken. Auch Andreas Rosenkranz, Sprecher des Vereins zum Erhalt des Naturraumes Talsperre Pöhl, nickte dazu als Zuhörer.

Ende April hatte Bürgervertreter Heiko Lang vom Verein einen Antrag bei Hommel-Kreißl eingereicht. Er forderte mit Bezug auf die Sächsische Gemeindeordnung eine Einwohnerversammlung, auf der Bürgermeisterin und Gemeinderäte ihre Positionen offenlegen, die sie hinter verschlossenen Türen vertreten haben. Bürger sollen umfassend informiert werden, Fragen stellen dürfen und möglichst sofort Antworten bekommen.

Hommel-Kreißl lehnt das alles in einem Antwortschreiben, das "Freie Presse" vorliegt, ab - und stützt sich ebenfalls auf die Sächsische Gemeindeordnung: "Die Gründe, weshalb der Beschluss [des Gemeinderats] nicht öffentlich erfolgte, haben sich nicht geändert." In der Sache gebe es zudem nichts Neues. Der Gemeinderat habe weder einen Aufstellungsbeschluss gefasst, "noch sich mit der Thematik einer vielleicht in Zukunft möglichen Aufstellungsbeschlussfassung für ein mögliches Industrie- und Gewerbegebiet" beschäftigt. Sie könne nicht versprechen, dass der Verein überhaupt jemals gegen eine solche Ansiedlung werde kämpfen können.

Für böses Blut sorgt nicht nur die Absage der Gemeindechefin. Sondern auch ein Satz gegen Ende ihres Schreibens: "Inwieweit hierbei Profilierungsgedanken Einzelner eine Rolle spielen, möchte ich nicht beurteilen." Andreas Rosenkranz sieht ihre Antwort als "sehr arrogant und teilweise beleidigend" an. Er kritisiert ebenso arrogante und autoritäre Strukturen auf Kreisebene: "Eine Anfrage der Gemeinderäte an den Vogtlandkreis über die Größe der durch den Kreis optionierten Flächen in Herlasgrün und Limbach wurde bis heute nicht beantwortet."

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1Kommentare
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    Tauchsieder
    05.07.2018

    Sie steht nicht hinter den Interessen der Gemeindemitglieder, dies bewies sie schon bei der Fällaktion des Sachsenforstes im Triebtal, sie steht für eine abgehobene Politik kleiner "Provinzfürsten". Scheinbar hat sie vergessen, dass sie einzig und allein die Interessen der Gemeinde und deren Mitglieder zu vertreten hat.
    Auch sie steht demnächst zur Wahl an!



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