Höhenlagen bieten keine Schneesicherheit mehr

Wie schon 2015 wird sich das Vogtland zum Jahreswechsel fast schneefrei präsentieren. Nur im Aschberggebiet ist ein Hauch Winter zu spüren.

Klingenthal.

Nebel und Regen, in den sich nur in den Höhenlagen nasse Schneeflocken mischen, so präsentierte sich das Vogtland in den Tagen vor dem Jahreswechsel. Erneut hält der Winter nicht, was von ihm erwartet wird. Vor Jahresfrist musste wegen Schneemangels der für das erste Januarwochenende geplant gewesene Weltcup in der Nordischen Kombination abgesagt werden. Erst am letzten Tag des Jahres 2015 hatten in Erlbach erstmals die Schneekanonen laufen können.

Die Winter im Vogtland werden milder, selbst die Höhenlagen des Aschberggebiets bieten derzeit keine Schneesicherheit mehr. Die Fakten sprechen für sich. Zwischen 1982 und 2006 gab es zumindest elf Jahre mit guten bis ausreichenden Bedingungen für den Skisport, 14 Mal bestimmten Nässe und milde Temperaturen das Bild - oder der Schnee fehlte ganz, wie 1987 und 1989, 1994 und 2002. Roland Schlosser in Mühlleithen hat exakt die Daten erfasst. Am 13. März 2006 konnte er auf der Winselburger Wiese die Rekordschneehöhe von 1,90 Metern messen.


Eine Winterpause zwischen Weihnachten und Neujahr war auch in der Vergangenheit nicht ungewöhnlich. Man sprach dabei vom Weihnachtstauwetter. Ein Begriff, der sich in der Wissenschaft eingeprägt hat. Der Klingenthaler Horst Meinel studierte dazu etliche Quellen mit Wetteraufzeichnungen seit 1881. Nach denen ergab sich, dass eine solche milde Wetterlage nach dem Weihnachtsfest mit einer Wahrscheinlichkeit von 72 Prozent zu erwarten sei. Die Voraussetzung für Tauwetter sind vom Atlantik kommende Tiefdruckgebiete.

Schnee in der Vorweihnachtszeit war aber in den zurückliegenden zehn Jahren eine Seltenheit. Eine Ausnahme bildete der Dezember 2010. Da lag nicht nur viel Schnee, auch das Weihnachtstauwetter blieb aus. Zwischen dem 28. und 31. Dezember gab es Temperaturen bis minus 23 Grad. Aus der Reihe tanzte auch der Winter 2008/09. Damals herrschte bei wenig Schnee zwischen dem 26. Dezember und dem 16. Januar eine durchgehende Frostperiode mit Temperaturen, die in Morgenröthe-Rautenkranz bis auf minus 26,3 Grad sanken.

Völlig aus der Reihe fällt der Januar 2007 mit einem Monatsmittel für Morgenröthe-Rautenkranz von sagenhaften 2,1 Grad Celsius. Zum Vergleich: 2010 betrug das Monatsmittel im Januar minus 6,7 Grad. Der Januar ist auch der Monat, in dem sich die Sonne im Vogtland nur selten sehen lässt. Gut 82 Sonnenstunden wie 2009 stellen eine Ausnahme dar. Besonders grau und trüb präsentiert sich der Januar 2013 - insgesamt knapp 16 Sonnenstunde stehen für alle 31 Tage des Monats zu Buche. Auch der Januar 2015 hatte mit nur knapp 28 Sonnenstunden den Vogtländern eine Vielzahl trüber Tage beschert.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    1
    Tauchsieder
    31.12.2016

    ... deshalb ist es ja auch wichtig, dass z.B. Schöneck das Geld für neue Schneekanonen zum Fenster raus wirft. Das bitte schön erklären sie mal den Einwohnern Fr. Suplie.



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