Kaputtes Dach legt zeitweise Verkehr lahm

Plauens Baubehörde will nun die Sanierung des betreffenden Hauses an der Reusaer Straße etwas genauer im Auge behalten. Der Plauener Straßenbahnbetrieb fordert indes Schadensersatz.

Plauen.

Die am 30. Dezember von der Polizei verhängte Vollsperrung der Reusaer Straße konnte, schneller als zunächst befürchtet, einen Tag später wieder aufgehoben werden. Durch Sturmböen vom Dach des zurzeit in Sanierung befindlichen Wohnblocks Reusaer Straße 101-105 gelöste Bleche drohten auf Fahrbahn und Oberleitung der Straßenbahn zu stürzen. "Die losen Dachplatten wurden noch am Sonntag durch einen Vertreter des Eigentümers entfernt bzw. befestigt", erklärt Ulrich Giering, Fachgebietsleiter Bauordnung in der Stadtverwaltung, auf "Freie Presse"-Anfrage. Rathaus-Mitarbeiter hatten nach einem Polizeieinsatz Verbindung zu den Bau-Akteuren aufgenommen und die Notreparatur veranlasst.

Nach dem Vorfall wird jetzt die Plauener Baubehörde aktiv. "Das Fachgebiet Bauordnung wird die Baustelle im Rahmen von Kontrollen zukünftig beobachten", kündigt Giering an. Zu den infolge der Sperrung entstandenen Kosten könne er noch nichts sagen, da die Polizei die Maßnahmen veranlasst hatte.

Im Plauener Straßenbahnbetrieb (PSB) herrscht hingegen Klarheit, dass der Verursacher für die Folgen aufkommen soll. "Selbstverständlich versuchen wir, die Kosten hereinzuholen, sobald wir die Adresse des Bauherren haben", sagt PSB-Betriebsleiter Hartmuth Förster. Denn die Straßenbahnlinie 4 Preißelpöhl-Reusa musste im Zeitraum der Sperrung in Richtung Waldfrieden umgeleitet werden. Zusätzlich hatte der Straßenbahnbetrieb binnen kürzester Zeit einen Schienenersatzverkehr zu organisieren, der vom Klinikum über die Endhaltestelle Reusa bis zum Hauptfriedhof den Personentransport sicherstellte.

Da zunächst die Dauer der Sperrung ungewiss war, gab es bereits Absprachen mit dem Plauener Omnibusbetrieb (POB). Doch nach der Freigabe der Reusaer Straße am Silvestertag mittags war der Plan B der Straßenbahn hinfällig. Weitere Kosten sind für die Einsätze der Feuerwehr und einer mit Absperrungen beauftragten Firma entstanden.

Für die städtische Baubehörde ist der Wohnblock Reusaer Straße 101-105 seit Langem ein Problemhaus. Seit 2012 wird die Immobilie als Brache inmitten eines intakten Wohngebietes geführt. Seit 2008 lebten nach Aussage der Stadtverwaltung nur noch sechs Personen in dem zunehmend verfallenden Gebäude.

Der Eigentümer habe sich im vergangenen Jahr in der Baubehörde gemeldet, die Sanierung Anfang November angekündigt und Absprachen im Amt getroffen. Eine Baugenehmigung sei in dem Fall ebenso wenig erforderlich wie eine Bautafel, hieß es im November aus dem Rathaus. Kurz nach dem Baustart türmten sich dann hinter dem Haus Berge von Bauschutt und Holz. Die wurden inzwischen weggeräumt.

Wer Eigentümer und Bauherr ist, dazu hält sich die Stadt aus Datenschutzgründen bedeckt. Auch der dort eingesetzte Bautrupp gab bislang keine Auskünfte - offenbar auch mangels Sprachkenntnissen. Die Fahrzeuge der Bauleute hatten rumänische Kennzeichen.

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