Kita-Erzieher erhalten bald mehr Geld

Die Pöhler Bürgermeisterin sprach von einem drohenden Arbeitskampf, das Kinderland Pöhl von Bezahlung nach Tarif. Fest steht: Für die Gemeinde wird es teurer.

Pöhl.

Seit Donnerstag ist klar: Mitarbeiter der Gemeinde Pöhl werden künftig nach Tarif für den öffentlichen Dienst bezahlt. Ab 1. Juli bedeutet das für Erzieher der Kita Kinderland Pöhl in Jocketa: mehr Geld auf dem Konto. Denn Träger der Kita und somit ihr Arbeitgeber ist seit über zwei Jahren die Gemeinde. Der Gemeinderat beschloss am Donnerstagabend die Neueingruppierung der einzelnen Beschäftigten. Zuvor hatte das Beratungsunternehmen Kommunalentwicklung Mitteldeutschland mbH (KEM) in Dresden Stellen bewertet und sowohl die Organisationsstruktur der Kita als auch die der Gemeindeverwaltung unter die Lupe genommen.

Nach Angaben von Kita-Leiterin Ute Mittelmeyer arbeiten im Kinderland Pöhl zurzeit 18 Erzieher. "Wir haben die Gemeinde gebeten, die Lohnsituation zu verändern", sagte sie "Freie Presse" auf Anfrage. Mittelmeyer leitet seit 1992 die Einrichtung.


Vor dem Ja zur Tarif-Zahlung habe es einen "drohenden Arbeitskampf" in der Kita gegeben, angekündigt mittels Gewerkschaftsschreiben, hatte die Bürgermeisterin während des Gemeinderat-Treffens im Mai informiert. "Die Erzieher forderten nach dem Ablauf des Betriebsübergangsjahres, durch die Gemeinde nach kommunalem Tarifvertrag vergütet zu werden", erklärte sie. Der Gemeinderat musste also entscheiden, ob die Kita wieder in eine freie Trägerschaft übergeht - oder ob Pöhl weiter Träger ist und künftig nach Tarif zahlt. Der Gemeinderat beschloss Letzteres.

Deshalb will die Gemeinde dem Kommunalen Arbeitgeberverband Sachsen beitreten. Dann ist sie an die Tarifabschlüsse des öffentlichen Dienstes gebunden. Wer vom Kita-Personal noch keinen Tarif-Vertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) hat, soll jetzt eine neue Vereinbarung bekommen. "Es steht schon fest, dass es erhebliche Personalkostenerhöhungen geben wird", so Hommel-Kreißl im Mai. Deshalb lohne es sich quasi nicht, jetzt einen Gemeinde-Haushalt zu beschließen, der nachträglich sowieso noch mal geändert werden müsste.

Die bis Donnerstag offene Frage nach höheren Personalkosten hat dazu beigetragen, dass der Doppel-Haushalt der Gemeinde für 2019/2020 wohl erst im August beschlossen werden kann. Darüber informierte die Pöhler Bürgermeisterin Daniela Hommel-Kreißl (FDP) ebenfalls beim Treff der Ratsmitglieder im Mai.

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