Kleingärtner-Chef und DJ treten für die SPD an

Wahlen 2019: Plauens Sozialdemokraten wollen mehr Bürgerbeteiligung. Am 26. Mai peilen sie 19 Prozent und damit acht Sitze an. Auch interessante Quereinsteiger sind dabei.

Plauen.

Der SPD-Ortsverein Plauen hat am Samstag im Pfaffengut 13 Männer und vier Frauen für die Stadtratswahl am 26. Mai aufgestellt. Von den derzeitigen Stadträten hat lediglich Frank Thieme aus persönlichen Gründen seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärt. Die sechs anderen Herren und auch die Landtagsabgeordnete Juliane Pfeil-Zabel gehen wieder an den Start. Zum ersten Mal auf der Liste der SPD für die Abstimmung zur Stadtratswahl stehen Maria Fischer, Gabriele Fischer, Eric Holtschke, Gerd Steffen und André Schatz.

Gerd Steffen und André Schatz sind keine Parteimitglieder. Gerd Steffen ist Geschäftsführer des Regionalverbandes Vogtländischer Kleingärtner und wurde von Juliane Pfeil-Zabel gefragt, ob er auf der Liste der Sozialdemokraten antreten möchte. "Mit dem Programm der Partei kann ich mich identifizieren", begründete der Plauener in seiner Vorstellung, warum er zugesagt hat. Zudem habe der Verband bereits öfter mit der SPD für bestimmte Ziele gekämpft, etwa für die kostenlose Annahme von Grüngutabfällen - ein Ziel, das jedoch im Vogtlandkreis nicht erreicht worden ist.

André Schatz ist ein über die Stadtgrenzen hinaus bekannter DJ, der sich unter anderem stark gegen Rechtsradikalismus einsetzt.

Mit den insgesamt 17 von den Parteimitgliedern bestätigten Bewerbern will Ortsvereinsvorsitzende Juliane Pfeil-Zabel wieder mindestens das Wahlergebnis von 2014 erreichen. Das waren 19 Prozent. "Das sollte unsere Zielmarke sein", sagte sie. "19 Prozent - das ist schon eine Marke", lobte der SPD-Fraktionschef im Landtag, Dirk Panther, das Vorhaben. Diese Marke gelte es zu verteidigen, ergänzte er. Er hielt während der Konferenz im Pfaffengut eine Ansprache.

Die politischen Ziele der nächsten Wahlperiode in Plauen hat der Fraktionsvorsitzende Benjamin Zabel umrissen. Er verlangte "mehr Bürgernähe". Wenn sich Einwohner mit Problemen an die Stadtverwaltung wenden, müsse für sie jederzeit nachvollziehbar sein, welcher Mitarbeiter im Rathaus sich darum kümmert, wie lange das dauern soll, und natürlich müssten die Plauener dann eine Antwort erhalten.

"Wir müssen den Leuten zuhören und ihnen Fragen stellen", erklärte der Gewerkschaftssekretär seine Sicht der Dinge. Mit vorgefertigten Plänen zu den Menschen zu gehen und diese dann dort zu erklären, "das frustriert", meinte er weiter. So etwas gehe nicht mehr. Die Bürger sollen mitwirken.

Entsprechende Punkte für mehr Bürgerbeteiligung finden sich dann auch im verabschiedeten Wahlprogramm mit dem Titel "Es ist deine Stadt". Die Sozialdemokraten wollen einen hauptamtlichen Stadtteilmanager oder eine Stadtteilmanagerin, die sich um die Probleme in den Wohngebieten und um deren Lösung kümmert. Bewohner der Viertel sollen Stadtteilräte bilden und mit diesen Managern zusammenarbeiten. Wie die Ortschaftsräte in den Ortsteilen, müssten diese Räte dann ebenfalls ein Bürgerbudget bekommen, mit dem sie in ihrer Umgebung eigene Projekte in die Tat umsetzen könnten.

Auch ein Petitionsverfahren mit Petitionsausschuss, ein öffentlicher Mängel-Melder für Kritik und Hinweise, die Einrichtung einer Plauen-App, die Live-Übertragung der Stadtratssitzungen und anderes sind in dem Papier als Ziele aufgelistet.

Frank Michael Zabel ist für die Wahl der Ortschaftsrates Straßberg nominiert worden.


17 wollen in den Stadtrat

Kandidaten der SPD für die Stadtratswahl am 26. Mai in Plauen:

Benjamin Zabel, Juliane Pfeil-Zabel, Christian Herrmann, Maria Fischer, Bernd Stubenrauch, Gabriele Fischer, Thomas Fiedler, Eric Holtschke, Frank Michael Zabel, Gerd Steffen, Lars Winkler, André Schatz, Christian Erdmann, Heiko Wogenstein, Jens Kayser, Jürgen Nungesser, Elisabeth Zabel. (pa)

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